Koalitionsverhandlungen: Kleinster gemeinsamer Nenner ist zu wenig

Schwarz und Grün verhandeln in Tirol gerade ein neues Regierungsprogramm. WK-Präsident Jürgen Bodenseer und IV-Präsident Christoph Swarovski sind sich einig: Was das Land braucht, sind politische Leuchttürme bei Innovation, Bildung und Flexibilität.

Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen ist entscheidend für die Entwicklung des Landes. Über die künftige Umweltpolitik ist es bereits in den letzten Tagen zu einem Abstecken der Positionen gekommen. Die Wirtschaft weiß eine intakte Umwelt zu schätzen – aber ohne eine Käseglocke übers Land zu stülpen. “Wir brauchen Augenmaß und müssen unternehmerische Entwicklungsmöglichkeiten zulassen, um auch in Zukunft Arbeit und Wohlstand zu sichern”, fasst WK-Präsident Jürgen Bodenseer zusammen.

Umwelt ist jedoch nur eines von mehreren Themen. “Ganz zentral sind für Tirol die Stichworte Innovation und Digitalisierung”, betont Bodenseer. Wir müssen unsere Nischen definieren und Top-Fachkräfte als Kapital für die Zukunft im Land halten. Es geht um ein attraktives Umfeld für Familien, um praxistaugliche Kinderbetreuungsangebote sowie leistbares Wohnen und Wirtschaften. Ein “Standortcheck”, wie von IV-Präsident Christoph Swarovski vorgeschlagen, mit dem die Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort geprüft werden, bevor politische Entscheidungen getroffen werden, ist für Bodenseer der richtige Ansatz und ergänzt die WK-Forderung nach einem “Standortanwalt” in UVP-Verfahren.

Ein weiterer entscheidender Faktor betrifft Aus- und Weiterbildung. Neben einer verpflichtenden Berufsorientierung in allen Schulen und der Stärkung der Lehre gibt es im Hochschulbereich Handlungsbedarf. “Es fehlt nach wie vor ein echter Universitäts-Campus in der Landeshauptstadt. Geredet wurde darüber bereits viel – nur haben die vielen Konzepte es bisher nicht in die Realität geschafft”, so Bodenseer.

Bekenntnis zu flexiblen Arbeitszeiten

All diese Fragen entscheiden darüber, wie gearbeitet wird. Wann gearbeitet wird, ist ebenso maßgeblich. Auch wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür weitgehend vom Bund kommen: “Ich erwarte mir ein klares Bekenntnis des Landes zu flexibleren Arbeitszeiten. Wir müssen dann arbeiten, wenn die Nachfrage seitens der Kunden da ist”, so Bodenseer. Alles andere bedeutet, die Augen vor der Realität zu verschließen und auf Zukunftschancen zu verzichten – für Betriebe UND Mitarbeiter.

“Das Gesamtkunstwerk der Koalitionsvereinbarung ist dann gelungen, wenn statt einem kleinsten gemeinsamen Nenner die größte gemeinsame Vision für das Land gefunden wird”, erklärt der WK-Präsident, “jeder Mensch, jeder Betrieb und auch jedes Land braucht Langzeitziele. Für Tirol sind es die Leuchtturmprojekte, die Kurs und Richtung festlegen. Das gibt dem Standort Perspektive und unserer Jugend und unseren Arbeitsplätzen Zukunft.” Der Präsident geht davon aus, dass Standort- und Arbeitsplatzsicherheit auch zentrale Anliegen der Grünen darstellen.

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