Osttirol Frühstück: Bekenntnis zur Regionalität

Bei dem 2012 von der WK initiierten Projekt „Osttirol Frühstück“ beliefern zwölf heimische Lebensmittel-Produzenten über den Logistik-Partner Eurogast Zuegg derzeit 38 Gastbetriebe mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region.

Das Schlagwort „Osttirol als Ort guten Lebens“ hat der Alpenforscher Werner Bätzing bei einem Vortragsabend in Lienz geprägt und ist sogar noch einen Schritt weitergegangen: Trotz der extrem peripheren Lage könne sich Osttirol zu einer Modellregion innerhalb der Alpen entwickeln – vorausgesetzt, man verstehe es, die zahlreichen „endogenen Potenziale“ klug zu nutzen und damit aufzuwerten. Was der Professor damit meint, wird in einem bereits 2012 von der Wirtschaftskammer initiierten Projekt deutlich, dem „Osttirol Frühstück”. Die Idee dahinter: Osttirol soll bereits am Frühstückstisch erlebt werden. Was von Bergbauern und gewerblichen Lebensmittelproduzenten vor Ort aus besten Naturprodukten mit Leidenschaft hergestellt wird, ist stimmig mit dem, was den Gast vor der Hoteltür erwartet: Ein einzigartiger Natur- und Kulturraum mit Menschen, denen der sorgsame Umgang mit ihrer Umwelt ein ehrliches Anliegen ist.

„Derzeit arbeiten beim ‚Osttirol Frühstück‘ zwölf heimische Lebensmittel-Produzenten und 38 Beherbergungsbetriebe – von der Spitzen-Hotellerie bis zur einfachen Frühstückspension – zusammen“, erklärt Projektbetreuerin Sarah Unterluggauer von der WK Lienz und ergänzt: „Nach der ersten Projektphase, die bis 2015 lief, haben wir die Erfahrungen der Partnerbetriebe und deren Wünsche und Verbesserungsvorschläge erhoben. So werden sich nun halbjährlich eine Messe, bei der die Produzenten ihre Produkte präsentieren, und ein Kreativworkshop mit Spitzenköchen aus der Region abwechseln. Eine erste derartige Messe hat im November schon großen Anklang gefunden; mit von der Partie war auch Haubenkoch Werner Gander vom Hotel Strasserwirt, der seine Frühstücks-Ideen vorstellte. Wir sind sehr froh darüber, dass die Umsetzung der gemeinsam entwickelten Maßnahmen wiederum durch das Leader-Programm zur Stärkung ländlicher Räume von Europäischer Union und Land Tirol finanziell unterstützt wird. Die andere Hälfte der Kosten für Marketing und Schulungen teilen sich die Fachgruppe Hotellerie der WK Tirol, die Landwirtschaftskammer, der Tourismusverband Osttirol und die teilnehmenden Betriebe“.

Osttirol Frühstück sorgt für Aha-Erlebnis

In erste Linie sorgt das Osttirol-Frühstück dafür, dass vermehrt hochwertige Lebensmittel aus lokaler Produktion in Gastronomie und Hotellerie angeboten werden und dies den Gästen auch vermittelt wird. „Auf dem Weg zu unserem Hotel kommen die Gäste an Getreidefeldern vorbei, auf denen der Bäcker Joast Bio-Dinkel und Roggen anbauen lässt. Es sorgt schon für ein „Aha-Erlebnis“, wenn wir sie darüber informieren, dass daraus das Brot und Gebäck entsteht, das sie bei uns am Frühstückstisch vorfinden“, freut sich Astrid Koller vom Amlacher Hotel Laserz über die Initiative. Damit die Botschaft „Wir servieren Osttirol am Frühstückstisch“ auch ankommt, erhalten alle neu angekommenen Gäste das druckfrische „Guten-Morgen-Osttirol“-Frühstücksbüchlein. Darin erklären alle Produzenten das Besondere an den von ihnen erzeugten bzw. verarbeiteten Lebensmitteln.

Bewusstsein dafür zu schaffen, wie die kleinstrukturierte Berglandwirtschaft funktioniert und welche große Bedeutung sie hat, ist für Martin Diemling, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer in Lienz, wesentlich: „Diese Form der Direktvermarktung, wie sie beim Osttirol Frühstück praktiziert wird, gibt den teilnehmenden bäuerlichen Betrieben die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die meisten lassen sich – gegen Voranmeldung – gerne bei ihrer Arbeit am Hof über die Schulter schauen“. So etwa Matthias Kollnig und Theresa Unterluggauer, die als „Start-Ups“ am „Kollnighof“ hoch über dem Lienzer Talboden 85 Milchschafe halten und das Osttirol-Frühstück mit Schafmilch-Joghurt in sechs verschiedenen Fruchtjoghurt-Sorten, abgefüllt in ansprechenden Gläsern, bereichern. „Bisher mussten wir die Milch außer Haus verarbeiten lassen. Im Frühjahr wird aber unsere Hofsennerei fertig. Wir erweitern unsere Produktpalette dann um Schafmilch-Camembert und Bergkäse. Das hilft uns, die dreimonatige Melkpause, die wir unseren Schafen gönnen, zu überbrücken“, berichtet das junge Paar vom Kollnighof.

Wichtigste Mahlzeit des Tages

Das heimische Großhandels-Unternehmen Eurogast Zuegg konnte als Logistik-Partner gewonnen werden. Einkaufsleiter Günter Seeber: „Wir sorgen dafür, dass die Bestellungen zeitnah – meist noch am gleichen Tag – zugestellt werden. Das Frühstück ist nicht nur die erste und wichtigste Mahlzeit des Tages, sondern auch die letzte, die der Gast vor Abreise genießt und die daher auch in Erinnerung bleibt“. Das bestätigt auch Christl Kreuzer, Chefin des Parkhotels Tristachersee: „Die Gäste wissen jetzt, woher die Produkte kommen, und besorgen sich oft noch Lebensmittel aus dem „Feinkostladen Osttirol“ für zuhause – etwa am Stadtmarkt in Lienz.“ Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Osttirol Frühstück aber auch bei den Einheimischen, bestätigt Bernhard Pichler vom Tourismusverband Osttirol: „In allen regionalen TVB-Büros kann man Osttirol Frühstück-Gutscheine zum Einheitspreis von 14 Euro erstehen und bei vielen der Partner-Betriebe einlösen. Das hat sich zu einem echten Renner entwickelt“.

»Weitere Informationen: Osttirol Frühstück

Galerie:
Osttirol-Frühstück – starkes Bekenntnis zur Regionalität
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