Lienz startet ins neue Jahr

Die WK-Bezirksstelle Lienz lud auch heuer wieder zum traditionellen Neujahrsempfang und zahlreiche Gäste folgten der Einladung. Während man das abgelaufene Jahr gemeinsam Revue passieren ließ, wurden auch neue Ziele für 2018 definiert.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten war im Bezirk Lienz noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr. Im Juli 2017 wurde ein absoluter Rekordwert mit 20.400 Beschäftigten — davon gut zwei Drittel in Betrieben der gewerblichen Wirtschaft — verzeichnet. „Der produzierende Sektor — also Industrie und Gewerbe — stellt bei uns mehr als 7.000 Arbeitsplätze bereit. Das ist im Bezirksvergleich beachtlich und unterstreicht eine der wesentlichen Stärken Osttirols, nämlich seine ausgewogene Wirtschaftsstruktur, die uns in der Vergangenheit schon mehrfach geholfen hat, auch konjunkturelle Einbrüche gut und rasch zu übertauchen“, unterstreicht Bezirksobmann Michael Aichner. Angesichts der Beschäftigungszuwächse war schon zu erwarten, dass auch die Arbeitslosenquote sinkt. Bisher steht fest: Die jahresdurchschnittliche Zahl an arbeitslos Gemeldeten hat sich um 111 Personen gegenüber 2016 verringert.

Zahlen, Daten Fakten aus dem Bezirk

„Da die Dezember-Zahl der unselbstständig Beschäftigten erst Anfang Februar verlautbart wird, haben wir eine Hochrechnung durchgeführt, nach der die Arbeitslosenquote in Osttirol erstmals seit Jahrzehnten unter 9 Prozent abgesunken ist. Das ist natürlich noch immer kein Grund zum Jubeln, unterstreicht aber die anhaltende positive Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt“, so Aichner. Dass sich der Aufholprozess des Bezirks fortsetzt und noch an Dynamik gewonnen hat, wird zudem deutlich, wenn man sich die Entwicklung der Wirtschaftsleistung ansieht. So ist das Bruttoregionalprodukt pro Einwohner in den vergangenen — seitens der Statistik Austria ausgewerteten — zehn Jahren in Osttirol um knapp 38 Prozent gestiegen; in Tirol betrug die Steigerung in diesem Zeitraum 26,25 Prozent und österreichweit nur 23,15 Prozent. Demnach ist es gelungen, den Abstand des Regionalprodukts gegenüber dem Bundes- und Landesschnitt Jahr für Jahr zu verringern.

„Da Lienz einen starken produzierenden Sektor hat, blieben unsere Produktionsbetriebe bisher weitgehend vom oft beklagten Facharbeitermangel verschont. Inzwischen ist das aber auch bei uns ein Thema. Wir müssen aufpassen, dass der an sich wünschenswerte Trend zur Akademisierung nicht zu einer Abwertung der Lehre führt. Wir brauchen nämlich auch in Zukunft die Lehrlinge, Gesellen und Meister! Die duale Berufsausbildung, um die wir weltweit beneidet werden, muss endlich auch bei uns jenen gesellschaftlichen Stellenwert erhalten, der ihrer tatsächlichen Bedeutung für ein erfolgreiches Wirtschaften entspricht“, wünscht sich Bezirksstellenobmann Aichner.

Gute Bildungsangebote auf allen Ebenen stellen längerfristig die wesentlichen Erfolgsfaktoren einer Region dar. Eine Universität in Osttirol zu etablieren, war deshalb ein enormer Erfolg, weiß auch Bezirksobmann Michael Aichner: „Ich bin davon überzeugt, dass es für die Bewältigung der immer komplexeren Aufgabenstellungen auch in unseren heimischen Betrieben einen steigenden Bedarf an Experten und Führungskräften gibt.“ Der Campus Technik Lienz steht kurz vor der Fertigstellung und nachdem die Hardware zur Verfügung steht, richtet sich das Augenmerk nun auf die Software dieser Universität. „Eine Arbeitsgruppe hat sich diesem Thema bereits angenommen und die strategischen Leitlinien für die Entwicklung des Hochschulstandorts Osttirol definiert.

Universität Lienz — Zugang zu Forschung und Entwicklung

Ganz oben auf der Liste steht der Zugang zu Forschung und Entwicklung für kleinere Betriebe, die für notwendige technische Innovationen eingeschränkte Ressourcen besitzen“, erklärt Aichner. Weiters wird daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für Studierende zu verbessern und damit den Standort attraktiver zu machen. Eine breite Aufmerksamkeit und Akzeptanz seitens der Bevölkerung soll durch eine Öffnung nach außen, wie etwa mit dem Ausbau der Kinder-Sommeruni, mit Workshops in Schulen, mit Qualifizierungsseminaren für Unternehmen und mit der Stärkung des vorhandenen Mechatronik-Netzwerks erreicht werden. „Schließlich denkt man darüber nach, mit welchen Spezialisierungen sich der Campus Technik Lienz von anderen Uni-Standorten abheben und ein eigenes Profil gewinnen kann, das den Wunsch weckt, in Lienz zu studieren“, so Aichner.

Erwartungen nach der TVB-Wahl

Rund um die Tourismuswahlen gingen die Wogen hoch, nun ist von allen Akteuren die Bereitschaft zur Zusammenarbeit gefragt. „Polarisierung bringt uns nicht weiter. Es muss das gemeinsame Ziel aller Verantwortlichen im Tourismus sein, das große Potenzial auszuschöpfen, das Osttirol zweifellos zur Verfügung steht“, fordert Bezirksobmann Michael Aichner. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Sommer-Nächtigungen in Osttirol konsolidiert; eine Steigerungsrate von knapp 12 Prozent in diesem Zeitraum ist aber nicht berauschend. In ganz Tirol betrug das Plus immerhin 21,4 Prozent. Bei den Winternächtigungen bedeuten 4 Prozent Steigerung in der letzten Dekade eine Seitwärtsbewegung in Osttirol, während tirolweit von einem sehr hohen Niveau ausgehend ein Zuwachs von 10 Prozent möglich war. „Da gibt es wahrlich keine Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen könnte, sondern sehr viel Arbeit“, so Aichner und führt weiter aus: „Gerade für den Tourismus sind Aus- und Weiterbildungen notwendig. Das Auslaufen der Hotelfachschule ist ein herber Rückschlag, nun sind rasch Alternativen gefragt. Vielfach fahren die Betriebe wegen des Fachkräftemangels in Küche und Service bereits Defensivstrategien, indem sie Angebote einschränken. Das tut auf die Dauer nicht gut.“

Die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs gestalteten die Wiltener Sängerknaben:

Love potion No.9 von Jerry Leiber / Mike Stoller

At The Hop von A. Singer / J. Medora & D. White

Tritsch Tratsch Polka von Johann Strauss

 

Impressionen des Neujahrsempfangs:

Presseaussendung zum Downloaden!

 

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