Blockchain: Die Tech-Kraft hinter Bitcoin

Mit den Bitcoins wurde sie richtig berühmt: die Blockchain-Technologie. Revolutionen in Verwaltung, Zahlungsverkehr und mehr werden mit ihr verbunden. Warum?

Der Schwindel, den diese Achterbahn auslöst, kann den Blick leicht vernebeln. Vieles wurde in den vergangenen Monaten über die Krypto-Anarchos berichtet, die mit der Digitalwährung Bitcoin ein Prickeln in der Finanz- und Medienwelt auslösten. Fern jeder nachvollziehbaren Erklärung hatte die 2009 ins Leben gerufene Währung einen an Irrwitz grenzenden Kurs-Hype verursacht, der die kühnsten Goldgräber-Phantasien weltweit beflügelte und die gewieftesten Analysten anhaltend alt aussehen ließ. Das ist die eine Seite. Die höchst bizarre.

Ein Herr, der mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt wurde, in Wahrheit aber Craig Wright heißen könnte (oder eben nicht) gilt als Bitcoin-Erfinder und wer nach dem Tauchgang durch diesen kryptischen Nebel wieder auftaucht, die glitzernden Bitcoin-Geschichten abschüttelt und beim Versuch, klar zu denken, erfolgreich ist, stellt sich die Frage: Welche Technologie steckt eigentlich hinter Bitcoin und warum sind auch so viele aus dem Häuschen, wenn von der Blockchain-Technologie die Rede ist?

Blockchain wäre in der Verwaltung anwendbar

„Mit der Blockchain ist ein großer Technologiesprung möglich“, hatte Harald Mahrer im September 2017 noch in seiner Funktion als Wirtschaftsminister festgestellt, auf denkbare Anwendungen etwa in der Verwaltung wie im Energiehandel hingewiesen und das Umbruchs-Potenzial der Technologie mit dem des Internets verglichen. Das Internet wirklich zu verstehen, fällt schwer. Und doch ist jedem klar, welchen Umbruch Mahrer anspricht. In gewisser Weise ist diese Revolution auch eine Vorstufe für den, der mit der Blockchain verbunden wird; nutzt die neue Technologie doch die Tatsache, dass weltweit so viele Nutzer über ihre Rechner miteinander verbunden sind.

Für Kryptowährungen – Bitcoin ist ja nicht die einzige – ersetzen die Nutzer die Bank, die bei herkömmlichen Währungen als zentrale Instanz mit zentralem Server dafür zuständig ist, das System zu überwachen und Transaktionen korrekt durchzuführen. Diese zentrale Instanz wird bei der Blockchain-Technologie obsolet –  wird dabei doch mit einer auf die Nutzer verteilten Datenbank gearbeitet.

Gerne wird diese Datenbank mit einem großen Transaktionsbuch verglichen, das für alle Nutzer einsehbar und damit transparent ist. Man kann sich die Datenbank auch als gigantische Excel-Datei in Buchform vorstellen, die nur neue Einträge zulässt, in der alte Einträge aber weder gelöscht noch verändert werden können. Bei jeder Transaktion wird das Buch um eine Seite oder einen Block erweitert. Alle Blöcke hängen zusammen, sie bilden eine Kette (chain), deren Reihenfolge genauso wenig verändert werden kann, wie die Seiten selbst. Darum gilt die Datenbank als fälschungssicher, Transaktionen – welcher Art auch immer – als nicht manipulierbar und die in einer Blockchain gespeicherten Transaktionen müssen aufgrund der komplexen Rechenleistungen und Verschlüsselungen, die für eine gültige Transaktion nötig sind, auch nicht mehr verwaltet oder beglaubigt werden. Mittelsmänner, die dies sonst gewährleisten, sind nicht mehr nötig.

Transparente Technologie – sicher und kostengünstig

Am eindrücklichsten wurde dieses für Mittelsmänner doch verstörende Potenzial im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos 2016 aufgezeigt, als im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Größen der internationalen Finanzwelt ein Zuschauer aufstand und rief: „In zehn Jahren werdet ihr weg sein. Dann wird die Blockchain die Finanzwelt dominieren.“

Blockchains wird aber auch jenseits der Finanzwelt viel Potenzial zugeschrieben. Die Datenbanken können für alles mögliche programmiert und verwendet werden. Noch stecken die Anwendungsbereiche vielfach in den Kinderschuhen, doch nutzt beispielsweise die estländische Regierung ein Blockchain-basiertes System bereits für zahlreiche Verwaltungsservices (wie Steuererklärungen, staatliche Beihilfen etc.), Dubai kündigte an, bis 2020 sämtliche Regierungsprozesse (wie Gehaltsabrechnungen, Dokumente oder Eigentumstitel) auf die Blockchain umzustellen und recht „spacig“ klingen die Aussichten in Smart Homes, wo nicht nur die vernetzen Geräte miteinander kommunizieren und Daten austauschen, sondern auf Grundlage so genannter Smart Contracts auch Ersatzteile, Reparatur- oder Wartungsarbeiten anfordern und bezahlen können.

Auch diese Einsatzmöglichkeiten verursachen leichten Schwindel, doch stellte Harald Mahrer klar: „Die Technologie ist transparent, bringt Transaktionsqualität und ist sicher und kostengünstig. Das kommt der gesamten Wirtschaft zugute.“

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