Solidarische Mitgliedschaft: Alle für einen, einer für alle

Eine solidarische Vertretung aller Betriebe funktioniert nur, wenn alle Betriebe dabei sind. Die Kammern wurden gegründet, um Selbstverwaltung umzusetzen, um Mitglieder gleich zu vertreten und weil sie Kontrolle gegenüber der Politik ausüben.

Die Gegner der solidarischen Mitgliedschaft bei den Kammern geben sich selbst gerne als liberal, unabhängig und demokratisch. Und vergessen dabei, dass es die Kammern sind, die über diese Eigenschaften verfügen. Die Arbeit aller österreichischen Kammern von der WK über die AK bis hin zur Ärzte- und Landwirtschaftskammer steht auf dem Fundament von Selbstverwaltung, Unabhängigkeit und Demokratie. So finden alle fünf Jahre Wahlen statt, bei denen die Unternehmer Kollegen aus ihrer Mitte als ehrenamtliche Vertreter ihrer Branche wählen.

Die Kammern wurden genau deswegen gegründet: weil sie Selbstverwaltung umsetzen; weil sie alle Mitglieder gleich vertreten; weil sie unabhängig von äußeren Einflüsterern sind; weil sie eine starke Kontrolle gegenüber der Politik ausüben.

Im Gegensatz dazu stehen genau jene intransparenten Lobbygruppen, die jetzt am lautesten schreien: Bei ihnen weiß keiner, wer sie mit wie viel finanziert und wie die Entscheidungen zustande kommen. Nur eines ist sicher: Sie vertreten definitiv nur zahlungskräftige Klientel und sind nicht der Anwalt für kleine und mittlere Betriebe – die in Tirol 90 Prozent der Unternehmen darstellen.

Nur eine generelle Mitgliedschaft ermöglicht eine gesetzliche Interessenvertretung für alle Mitglieder

Der Diskussion über die Pflichtmitgliedschaft wird gerne ein harmloses Mäntelchen umgehängt: Die Kammer sei mit und ohne automatische Mitgliedschaft mehr oder weniger dieselbe. „Gerade nicht“, erklärt WK-Präsident Jürgen Boden­seer, „nur mit einer generellen Mitgliedschaft ist die gesetzliche Interessenvertretung für ALL­E Mitglieder, vom Großbetrieb bis hin zum EPU, möglich. Die Kammer kann nur alle vertreten, wenn auch alle dabei sind – eigentlich ein­e Binsenweisheit“, ärgert er sich über die Verlogenheit der aktuellen Debatte.

Plakativ gesprochen: „Alle für einen – einer für alle“ funktioniert, Auseinanderdividieren und Trittbrettfahren funktioniert nicht. Die heimischen Unternehmer sind gerade einmal fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Nur wenn sie mit einer Stimme sprechen, werden sie gehört. „Das wird innerhalb kürzester Zeit ein Problem: Wenn die Rahmenbedingungen für die Betriebe nicht mehr passen, wird der Standort unattraktiv – auf Kosten der Arbeitsplätze. Das kann niemand ernsthaft wollen.“

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