Schmiede Steidl: Handwerk neu interpretiert

„Eine Dorfschmiede, die von der Landmaschinenreparatur über das Garagentor und die Seilwinde bis zum Grabkreuz alles macht, hätte auf die Dauer nicht überleben können”, erzählt Schmiedemeister Alfons Steidl, der 1979 den väterlichen Betrieb übernahm.

Es war aber auch absehbar, dass verschnörkelte Kunstschmiedearbeiten auf Dauer kaum mehr Abnehmer finden würden. „Ich hatte da schon Design-Ideen für Lampen und Wohnaccessoires im Hinterkopf – mit klaren Formen und den vielfältigen Oberflächenstrukturen, die der Schmied dem Metall entlocken kann. So etwas hat damals niemand gemacht, also habe ich die Chance genützt”, so Steidl. Das Konzept ging auf, Architekten und Bauherrn wurden auf die handwerklich und gestalterisch hochwertigen, oft archaisch anmutenden Objekte aufmerksam, die sich heute in Privathäusern, Hotels und Gasthäusern in ganz Österreich, Süddeutschland, Norditalien und vor allem in Südtirol finden.

Steidl setzt altes Handwerk in zeitgemäßen Rahmen

Mit dem Lienzer Architekten Peter Jungmann wurde vor zehn Jahren ein Zubau zur Werkstätte, die im Erdgeschoß des im traditionellen Baustil des Tales aus Lärchenholz errichteten Wohnhauses untergebracht ist, geplant und umgesetzt. Die ursprüngliche Schmiede mit der imposanten Esse wurde zum stilvollen Schauraum umgestaltet. Der funktionell wie architektonisch ansprechende Zubau erhielt mehrfach Auszeichnungen. So bringt es der Jurytext des BTV-Bauherrnpreises 2010 auf den Punkt: „Das Wiederaufleben eines alten Handwerks wird hier in einem zeitgemäßen Rahmen inszeniert”. Mit dem Schauraum konnten neue Kundenschichten gewonnen werden, vor allem Gäste des ob seiner Ursprünglichkeit geschätzten Villgratentales.

Hier kann man Lampen, Kerzenständer, Bilderahmen und Eisenschüsseln – mittlerweile in Kleinserien, aber nach wie vor handwerklich gefertigt – erstehen. Alfons Steidl: „Mich freut besonders, dass wir mit unseren Produkten auch junge Leute begeistern können. Echtes Handwerk wird wieder geschätzt.” Ihm ist auch die Zusammenarbeit im Dorf wichtig. So ist er von Beginn an Mitglied der branchenübergreifenden Plattform „kraftwerkevillgraten”, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die besonderen Talente, die sich in diesem Hochgebirgstal entwickeln konnten, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

»Weitere Informationen: www.schmiede-steidl.at

Kühn an den Wildbach herangebaut wurde der Werkstätten-Zubau mit der besonderen, mehrfach preisgekrönten Architektur.

Kühn an den Wildbach herangebaut wurde der Werkstätten-Zubau mit der besonderen, mehrfach preisgekrönten Architektur.

 

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