Sozialpartner wehren sich: Starke Kammern statt US-System

FPÖ und Neos wollen amerikanischen Lobbyismus anstelle österreichischer Sozialpartnerschaft – eine glatte Fehlentscheidung, denn diese Strategie geht vor allem auf Kosten kleiner und mittlerer Betriebe.

So unterschiedlich die Freiheitlichen und die Neos bei vielen Positionen sind – hier sind sie sich offensichtlich komplett einig: Beide Parteien und ihre Financiers im Hintergrund wollen die gesetzliche Mitgliedschaft in allen (!) Kammern und damit die Grundlage der österreichischen Sozialpartnerschaft abschaffen. So steht es in ihren Wahlprogrammen für die Nationalratswahl am 15. Oktober.

Offensichtlich sehen blaue und pinke Politiker das amerikanische System als Vorbild, in dem nur mehr mächtige und intransparente Lobbygruppen Mitsprache bei der Wirtschafts- und Sozialpolitik haben. Das bedeutet, dass Ein-Personen-Unternehmen sowie Klein- und Mittelbetriebe durch den Rost fallen. Ein breites Service- und Beratungsangebot, Kollektivvertrags-Verhandlungen auf Augenhöhe, transparente Kontrolle der Kammern durch das interne Kontrollamt, den Rechnungshof und das Wirtschaftsministerium – das ist für FPÖ und Neos offenbar alles wertlos. Ebenso unerwähnt bleibt, dass die Wirtschaftskammer längst zu einem topmodernen Dienstleistungs- und Bildungsanbieter geworden ist.

Fruchtbare Zusammenarbeit statt Blockaden

Keine Frage – die österreichische Sozialpartnerschaft ist nicht perfekt, aber sie ist der wesentliche Eckpfeiler der erfolgreichen sozialen Marktwirtschaft. Anstelle eines Gegeneinanders und aufreibender Blockaden gibt es in Österreich ein nicht immer leichtes, aber letztlich erfolgreiches Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Plan von FPÖ und Neos zielt darauf ab, dieses Erfolgsmodell zu Fall zu bringen.

Die Absicht ist durchsichtig: Natürlich ist es für die Politik leichter, wenn ihr nicht die Experten der österreichischen Sozialpartner auf die Finger schauen. „So leicht sollten die Wähler es aber den Neos und der FPÖ nicht machen. Solidarität auf breiter Basis funktioniert nur mit einer automatischen Mitgliedschaft“, warnt WK-Präsident Jürgen Bodenseer. Das faire System des Interessenausgleichs wirkt sich auch auf die Jobzufriedenheit aus (siehe nebenstehender Artikel) – „so falsch kann das derzeitige Modell also nicht sein“, erklärt Bodenseer.

Ohne automatische Mitgliedschaft bei der WK gäbe es keine… 

• Beratung für 2400 Tiroler Unternehmensgründungen.

• Begleitung und Beratung für Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe.

• Arbeits- und Sozialrechtsberatung sowie Unterstützung bei Arbeitsrechtsverfahren.

• starke Stimme auch für Klein- und Mittelbetriebe.

• Vertretung zum top Preis-Leistungs-Verhältnis. 60 Prozent der Mitglieder zahlen nur die Grundumlage.

• Rechtssicherheit durch hart verhandelte Kollektivverträge.

• Exportunterstützung durch weltweit 110 Stützpunkte in über 70 Ländern.

• berufliche Aus- und Weiterbildung mit fast 50.000 WIFI-Kursteilnehmern pro Jahr.

» Radiospots: Präsidenten der WK und AK sagen ein deutliches JA zur Sozialpartnerschaft

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