Künig GmbH: Tirols Hidden Champion expandiert

Es gibt Unternehmen, die machen nicht viel Wind. Selbst wenn sie es könnten. Mit zwölf Häusern, rund 1.250 Mitarbeitern und einer Kompetenz in der Gesundheits-Hotellerie (Vivea), die ihresgleichen sucht, hätte die Kufsteiner Künig GmbH schon Grund dazu.

Von öffentlichkeitswirksamem Wind ist allerdings nichts spürbar. Das Kufsteiner Unternehmen, das Vincent Künig aufbaute und zu einem Hidden Champion machte, werkelt eher im Stillen an seiner Exzellenz. „Unser Schlagwort lautet Qualität. Von Beginn an haben wir unsere Häuser als Hotel und nicht als Kuranstalt definiert“, sagt Engelbert Künig, Sohn des Gründers und Geschäftsführer der Künig GmbH in Kufstein, die Mutter der Vivea-Gesundheitshotels ist. Er weiß: „Als Hotel bist du immer gefordert, etwas Neues zu machen.“

Der „Gastgeber-Zugang“, die Tatsache, dass sich zwei fremde Personen nie ein Doppelzimmer teilen mussten oder der Grundsatz, dass in den Gesundheitshotels der Kufsteiner kein Unterschied gemacht wird, ob jemand privat kommt oder der Aufenthalt vom Staat bezahlt wird, wurden zu den Säulen, die den entscheidenden Unterschied definierten und mit dem Angebot das verstaubte Wort „Kuranstalt“ adelten.

Am Anfang stand der feine Unterschied

Das Kurzentrum Bad Häring bildete den Anfang. 1989 wurde es eröffnet. „Mit 104 Gästebetten, 35 Mitarbeitern und einem Kurgast“, erinnert sich Künig. Das Bild, das bald 30 Jahre später Anlass zum Schmunzeln gibt, war damals eher ein Grund zu verzweifeln. „Das erste Jahr in Bad Häring war unheimlich schwierig. Dann wurden wir Vertragspartner der Pensionsversicherungsanstalt, die zu der Zeit noch keinen Standort in Tirol hatte. Daraufhin waren wir voll, wirklich voll und konnten uns um die Rentabilität kümmern“, so Künig.

1996, als in Österreich der Selbstbehalt für Kuren eingeführt wurde, ging mit den Kuranträgen die Auslastung zurück und bald konnten die Qualitätssäulen ihre Kraft beweisen. „Wir pilgerten nicht zu den Versicherungsträgern, sondern öffneten uns dem privaten Markt“, erklärt Künig die Strategie. Heute beträgt der Privatanteil im Schnitt 50 Prozent. Dem Hotel-Effekt und dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein der Gäste sei Dank.

Die Kompetenz sprach sich herum. Aus ganz Österreich landeten Anfragen von Bürgermeistern auf den Kufsteiner Schreibtischen. Nur jene Gemeinden, die eine Heilquelle besaßen, kamen wirklich in Frage und so baute die Künig GmbH im Laufe der Jahre sieben weitere 4-Stern-Gesundheitshotels in Österreich, zwei weitere – von Franchisenehmern geführte – in Deutschland und zuletzt wurde 2015 ein rein auf Privatgäste ausgelegtes Haus in Bad Häring eröffnet. „Das Sieben“ heißt es und es ist ein 4-Stern-Superior Hotel mit ausgefeilten Gesundheitsschwerpunkten zu den Themen Ernährung, Sport, Mentale Gesundheit, Rückenfitness und Lebensenergie. Doch, damit nicht genug.

Großes Potenzial mit Vivea-Gesundheitshotels

In Österreich ist Markt für Kurhotels satt. „Am ehesten“ kann sich Engelbert Künig vorstellen, „Das Sieben“ zu kopieren: „Da sehe ich Chancen. Das Potenzial für Kurhotels sehe ich eher in Deutschland. Ja, dort habe ich Möglichkeiten ohne Ende.“ Grund dafür ist, dass die deutsche Bundesregierung vor etwa zehn Jahren beschlossen hat, dem Kurwesen ein Ende zu setzen. „Da hat ein großes Kliniksterben eingesetzt und inzwischen wächst der Bedarf wieder“, so Künig.

Im September 2016 erst hatte das Immobilienunternehmen CBRE den europäischen Hotelinvestitionsmarkt analysiert. Demnach war das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr so gut wie überall gesunken – außer in Österreich. Und in Deutschland, wo aus Sicht der Hotelinvestoren der derzeit attraktivste Hotelmarkt Europas ist.

Dieser Umstand, das Wiedererwachen des Bedarfs und das vielfach bewährte Konzept der Vivea-Gesundheitshotels, die mit ihrem Qualitäts-Angebot den Nerv der Zeit treffen, spielt den Kufsteinern in die Hände. „Wir planen ein Vivea-Gesundheitshotel in Baden Württemberg“, verrät Engelbert Künig. In Bad Mergentheim im Landkreis Main-Tauber sind die Voraussetzungen – mit Thermalquelle und (unterbrochener) Kurtradition – perfekt. Anders als die beiden bereits bestehenden Hotels der Kette in Deutschland soll dieses Haus direkt von der Künig GmbH geführt werden.

Top Arbeitgeber 2017

Auch darin, in der Organisation der einzelnen Hotels hat die Künig GmbH Wege gefunden, die offenkundig Wohlfühl-Effekte für die Mitarbeiter beinhalten. Das Wirtschaftsmagazin „trend“ hatte sich in Kooperation mit Statista, kununu und Xing auf die Suche nach den besten Arbeitgebern Österreichs gemacht und im März 2017 die Sieger präsentiert. Den Vivea Gesundheitshotels wurde das Prädikat „Top Arbeitgeber 2017 Österreich“ verliehen und Engelbert Künig erklärt: „Man kann das schönste Haus bauen – wenn die Mitarbeiter es nicht mit Leben und Liebe füllen, dann geht es in die Hose. Wir schaffen Rahmenbedingungen, damit die Mitarbeiter ihre Arbeit gerne tun. Das ist das Rezept.“ Noch ein gutes, wie’s scheint.

»Weitere Informationen: www.vivea-hotels.com

Übernachtung im "Das Sieben" der Künig GmbH: Zirbe mit Teppich oder Eiche mit Parkett – natürlich gut schlafen in den modern eingerichteten Einzel- oder Doppelzimmern. Foto: Hannes Dabernig

Übernachtung im “Das Sieben” der Künig GmbH: Zirbe mit Teppich oder Eiche mit Parkett – natürlich gut schlafen in den modern eingerichteten Einzel- oder Doppelzimmern. Foto: Hannes Dabernig

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