Olympia 2026: Eine Generationenchance für das Sportland Tirol

Tirol spricht für sich. Nach den Winterspielen 1964 und 1976 hat Tirol 2026 beste Chancen ein drittes Mal Wintersportgeschichte zu schreiben. Das war auch der Tenor bei einer Podiumsdiskussion in der Tiroler Wirtschaftskammer.

» Diskussionsrunde in der WK Tirol zum Nachsehen:

Mit dem Tiroler Konzept, nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 in Innsbruck/Tirol auszurichten kann Tirol Wegbereiter für neue Spiele sein – weg vom Gigantismus, zurück zum Wesentlichen, zum Sport. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und Sportstätten habe Tirol ideale Voraussetzungen und könne mit einem neuen Konzept der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit, Regionalität, sowie Wirtschaftlichkeit international punkten, so das Ergebnis der im Juni präsentierten Machbarkeitsstudie.

Tirol hat bei Großveranstaltungen Kompetenz

Die Entscheidung des IOC, welches Land 2026 Gastgeber der XXV. Olympischen Winterspiele und Paralympischen Winterspiele sein wird, fällt im Oktober 2018. Die Stadt Innsbruck, das Land Tirol und das Österreichische Olympische Comité haben 2016 Interesse bekundet, diese Spiele auszutragen. Ob sich Innsbruck/Tirol tatsächlich bewirbt, wird das Ergebnis der tirolweiten Volksbefragung, am 15.Oktober 2017 zeigen. Wenn ja, wäre unser Sportland Tirol aussichtsreicher Kandidat auf die Zusage im Rennen mit Sion (CH), Calgary (Kanada) und Stockholm (S) sagt Dr. Peter Mennel, Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comités, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Olympische Winterspiele Innsbruck/Tirol 2026 – das Innsbruck/Tirol Angebot“ der Wirtschaftskammer Tirol. „Die Kompetenz, wie man sportliche Großveranstaltungen organisiert und durchführt, ist in Tirol am größten“, ist Mennel überzeugt.

Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Mobilität

Aller guten Dinge wären drei (1964 – 1976 – 2026), meint WK-Präsident Jürgen Bodenseer: „Dass eine Stadt oder ein Land gleich drei Mal Olympische Spiele austragen darf, dafür müssen viele gute Gründe sprechen und dieses Mal ist es fast eine Verpflichtung dem olympischen Gedanken und dem Sport gegenüber.“ Davon überzeugt zeigen sich auch die Obmänner der WK-Bezirksstellen Innsbruck-Stadt, Karl Ischia und Innsbruck-Land, Christoph Walser in ihren Eingangsstatements bei der Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Tirol am 31.08.2017: „Es geht um viel für Tirol und Innsbruck. Die Entwicklung von Innsbruck und Tirol als Tourismusmarke für den Wintersport geht auf die Spiele 1964 und 1976 zurück. Nicht zu übersehen sind die positiven Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort mit neuen Arbeitsplätzen, dem Ausbau der Mobilität und neuen Impulsen für den Qualitätstourismus. Greifen wir nach der Chance! Wann, wenn nicht jetzt!“

Keine Neubauten notwendig

Der Autor Prof. Hubert Siller vom MCI, fasste die zehn Grundsätze des Konzepts für Tirol kurz zusammen und stellte die Austragungsstätten St. Anton (alpine Bewerbe), Hochfilzen (Biathlon), Seefeld (nordische Bewerbe), Kühtai (Freestyle), Innsbruck/Igls (Eisbewerbe) mit Inzell/D (Eisschnelllauf, Eishockey) und Osttirol (Training) als „best of“ von Tirol vor, wo lokale Rahmenbedingungen nach internationalen Anforderungen bereits vorhanden sind. Durch die regionale Verteilung von Wettkampfstätten werde Olympia nicht zum Infrastrukturprojekt, da kein Neubau von Sportstätten notwendig sei. Dadurch sei eine ausgeglichene Kostenkalkulation in Bezug auf Einnahmen und Ausgaben möglich und auch das Preisniveau (keine Teuerung) kontrollierbar. Außerdem wurden vom IOC Mittel in Höhe von 925 Mio Euro zugesichert. Geplante Wohnbauprojekte werden schneller umgesetzt und stehen der Bevölkerung nachhaltig zur Verfügung ebenso wie Mobilitätsprojekte. Fazit: „Innsbruck und Tirol hätten das Potential, Vorreiter für moderne, nachhaltige und moderate Olympische und Paralympische Winterspiele im Jahr 2026 zu sein.“

Raich will Bevölkerung überzeugen

Von der sportlichen Seite aber nicht weniger emotional sieht Benjamin Raich, der vierfache Olympiateilnehmer und Doppelolympiasieger nach 19 Jahren im Skiweltcup das Thema. Er will als Botschafter im Rahmen von Veranstaltungen in allen Bezirken Tirols die Menschen ansprechen und überzeugen: „Ich unterstütze dieses Konzept, weil es den Sport zurück zum Ursprung bringen kann. Wir brauchen dieses Highlight in Tirol um das Erlebnis Wintersport wieder auf breiter Ebene spürbar zu machen.“

Mit dem feurigen Appell „Das Sportland Tirol muss brennen für Olympia 2026“ ging es in die Podiumsdiskussion, wo die Teilnehmer LH-Stv. Josef Geisler, Karl Gostner (TVB), Peter Mennel (ÖOC), Hubert Siller (MCI) und Benjamin Raich unter Moderation von Thomas Falkner (WKT) Fragen vom Publikum beantworteten. Unter anderem ging es dabei um die Gewährleistung von Sicherheit bei den Sportveranstaltungen in den Austragungsstätten sowie um Barrierefreiheit. Auch hier waren sich die Teilnehmer einig: Das Thema Sicherheit müsse an vorderster Stelle stehen und werde sehr ernst genommen, bestätigten Geisler und Mennel.

Werbeeffekte übersteigen Ausgaben

Im Mittelpunkt standen u.a. auch die Bewerbungskosten, die von den Experten mit maximal 15 Mio. Euro beziffert werden. Die internationalen Werbeeffekte, die Regionen bereits rund um die Bewerbung lukrieren, lägen aber bereits in dieser Phase deutlich über den Ausgaben. Tatsächlich ist das Medieninteresse bei Olympischen Winterspielen enorm. Zuletzt wurden die Spiele weltweit von 2,1 Milliarden Menschen in 220 Ländern verfolgt. Gemeinsamer Tenor: „Wir wollen mit einem neuen Konzept die Sportler wieder in den Mittelpunkt stellen und sind überzeugt, dass damit starke Impulse und Wirtschaftseffekte für den gesamten Standort verbunden sind.“

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