Lehre nach der Matura: Von der Schulbank zur Fachkraft

Rund 350 Maturanten bzw. Quereinsteiger aus allgemeinbildenden bzw. berufsbildenden höheren Schulen wechseln hierzulande jedes Jahr nach der Matura in die Lehre.

Die Zahl der Maturanten, die die Lehre nach der Matura als ihren weiteren Bildungsweg wählen, hat sich in den letzten Jahren stetig nach oben entwickelt. Was in Deutschland schon durchaus üblich ist, wird auch in Österreich langsam aber sicher zu einem beliebten Ausbildungsweg. Ein Trend, dem auch die Tiroler Unternehmer immer mehr abgewinnen können.

Liebe zum Handwerk

„In den vergangenen Jahren haben sich bei uns immer häufiger Maturanten als Lehrlinge beworben“, erklärt Marco Valier, Chef der Konditorei Valier in Innsbruck. Der Unternehmer beschäftigt fünfzehn Mitarbeiter, derzeit sind vier davon Lehrlinge mit Matura.

Eine davon ist Sonja Holzknecht aus Innsbruck. Sie absolviert seit dem Sommer 2016 eine Lehre als Konditorin. Die 25jährige hat zuvor ein Gymnasium besucht und Rechtswissenschaften studiert. Schließlich dominierte der Wunsch, etwas mit den Händen anzugreifen und etwas zu fertigen sowie ihr eigenes Geld zu verdienen. Nach verschiedenen Praktika hat sie nun ihre Berufung gefunden.

„Ich bereue meine Entscheidung keine Minute. Im Gegenteil. Ich denke mir jeden Tag, es gibt keinen Beruf, der cooler wäre. Ich bin so ehrgeizig wie nie und gehe jeden Tag mit einem guten Gefühl in die Konditorei“, so Holzknecht.

Konditormeister Marco Valier begrüßt das Interesse der Maturanten an einem Lehrberuf: „Ich bin sehr froh darüber, denn die etwas älteren Jugendlichen sind zielorientierter und wissen genau, was sie wollen. An Maturanten schätzen wir die Reife und Einsatzbereitschaft. Sie sind gut im Auftreten und verfügen bereits über eine gute Basisausbildung. Hier gewinnt man immer wieder großartige Talente.“

Zielorientierung

Als Maturantin hätte Sonja Holzknecht die Möglichkeit ihre dreijährige Lehrzeit zu verkürzen. Sie hat sich dennoch dafür entschieden, die gesamt Lehrzeit zu absolvieren. „Ich möchte alles lernen, deshalb bleibe ich bei drei Jahren. Derzeit übe ich jeden Tag neue Glasuren. Der Tag geht wie im Flug vorbei. Und am Ende des Tages ist es schön, zu sehen, was ich geleistet und produziert habe. Da bin ich richtig zufrieden“, so der Lehrling glücklich.

Ein Tipp an andere Maturanten? „Mit dem Lehrabschluss bin ich am Arbeitsmarkt eine gefragte Fachkraft und es stehen mir alle Türen offen. Ich bin froh, diesen Schritt gesetzt zu haben – auch wenn ich schon Mitte zwanzig bin“, so die Jung-Konditorin über ihre Entscheidung.

im Bild oben: Maturantin Sonja Holzknecht (l.) zaubert gemeinsam mit ihrem Chef Marco Valier täglich köstliche Kuchen, Torten & Co.

» Mehr Informationen:
Wirtschaftskammer Tirol
Lehrlingsstelle
Helmut Wittmer
T 05 90 90 5 – 7301
E helmut.wittmer@wktirol.at

 

Fachausbildung für Maturanten
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