EGGER expandiert: “Haben große Schritte vor uns!”

Gute Nachrichten aus der EGGER-Gruppe: Das Geschäft läuft gut und in den nächsten drei Jahren werden mehr als 600 Mio. Euro in neue Werke in Argentinien, den USA und Polen investiert. Laut Thomas Leissing, dem Sprecher der Gruppenleitung, läuft es aber nicht in allen Belangen “rosig”.

“Wir haben einige Meilensteine vor uns”, verriet Thomas Leissing heute im Rahmen der traditionellen Bilanzpressekonferenz im EGGER-Stammwerk St. Johann. Meilensteine wie drei neue Werke in Süd- und Nordamerika und Polen, stattliche Investitionen in die bestehenden Werke, etwa in Gagarin/Russland oder neue Höchstzahlen bei Umsatz, Ebita, Cashflow und Mitarbeitern.

2.384 Mio. Euro hat der Tiroler Familienbetrieb im Vorjahr umgesetzt. Ohne Wechselkurseffekte sind das drei Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ebita stieg auf 364 Mio. Euro (+4 Prozent), der freie Cashflow kletterte auf 282 Mio. Euro und die Zahl der Mitarbeiter kletterte auf 8.145 weltweit.

“Diese Zahlen brauchen wir auch um unsere Strategie umsetzen zu können”, erklärt Leissing. Sämtliche Investitionen werden bei EGGER aus dem Cashflow finanziert. Und daran soll sich auch nichts ändern. “Die Familie Egger steht voll hinter uns und unserer Strategie. Deshalb können wir langfristig planen und uns von innen heraus finanzieren.”

EGGER geht über den großen Teich

Das Tiroler Unternehmen unterhält heute Werke in Mittel- und Osteuropa, in Russland oder der Türkei. “Wir sehen in Europa auch weiterhin Chancen für Wachstum. Durch unsere Größe brauchen wir aber auch Werke und Märkte ausserhalb von Europa”, begründet Leissing den Schritt über den Atlantik.

In Argentinien übernimmt EGGER einen bestehenden Standort zur Produktion und Beschichtung von Span- und MDF-Platten der chilenischen Mesisa S.A. Das Marktpotenzial dort ist gut, vergleichbar mit dem was EGGER von Europa kennt. Alle 500 Mitarbeiter werden übernommen.

In den USA und Polen will die Gruppe nicht über eine Akquisition wie in Argentinien, sondern über einen kompletten Neubau bzw. Neustart, wachsen. “Wir haben dort bereits eine gute Marktposition, die wir weiter ausbauen wollen”, so Leissing. In North Carolina soll 2020 ein neues Werk für Rohspanplatten und Beschichtung in Betrieb gehen. 300 Mio. Dollar werden investiert, 400 Jobs geschaffen. Die Bedingungen vor Ort sind laut Walter Schiegl, er leitet den Bereich Produktion und Technik, bestens: “Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen mit der lokalen Politik vor Ort und mit den Behörden.” Bitte warten heißt es hingegen (noch) in Biskupiec in Polen. Der Baustart für das neue Spanplattenwerk mit einer Kapazität von 650.000 m3 verzögert sich. “Wir rechnen aber in den nächsten Wochen mit der Baugenehmigung”, ist Schiegl überzeugt. 250 Mio. Euro sollen letztlich in der Region Ermland-Masuren investiert und an die 1.000 neue Jobs (inkl. nachgelagerte) entstehen.

Concordia Werk

Am 17. Juli 2017 gab EGGER bekannt, das Werk Concordia, Argentinien, von der chilenischen Masisa S.A. zu übernehmen. Damit wird der Holzwerkstoffhersteller erstmals mit einem Produktionsstandort außerhalb Europas vertreten sein. Bild: Egger Group

Heißes Pflaster: Türkei und Großbritannien

Als Globalplayer unterliegt EGGER aber natürlich auch den politischen Umwälzungen. “Wir erwarten deshalb etwa eine Abkühlung auf dem überhitzten Markt in England”, spricht Leissing die Folgen des Brexit an. Langfristig negativ wird sich der Austritt der Briten aber nicht auswirken. “Wir sind dort mit einem Werk vertreten und damit ein englischer Produzent und werden deshalb auch weiter in England erfolgreich sein.”

Ein politisch ebenfalls heisses Pflaster ist die Türkei. EGGER unterhält dort ein Kantenwerk – das bisher einzige in der Gruppe. Kanten sind, so Leissing, ein “Spezialprodukt”  – und deshalb nicht vom türkischen Inlandsmarkt abhängig. Nichtsdestotrotz schafft man Redundanz und baut in Deutschland ein zweites Kantenwerk.

Fachkräftemangel: im Osten am schlimmsten

Alles andere als “rosig” ist laut Leissing auch die Situation am Arbeitsmarkt. Während sich vor einigen Jahren noch fünf Jugendliche für eine freie Lehrstelle beworben haben, sind es heute gerade noch zwei. Und die Qualität der Schulabgänger sei ebenfalls nicht besser geworden. “Das trifft uns insbesondere in Osteuropa”, so Gruppensprecher Leissing. Mit intensiven Trainingsprogrammen für die Mitarbeiter wird gegengesteuert und versucht, Verständnis für das Miteinander – etwa zwischen Produktion und Vertrieb – aufzubauen.

Der Umsatz im Bereich Fußboden (EGGER Retail Products) liegt mit 330,5 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau.

Der Umsatz im Bereich Fußboden (EGGER Retail Products) liegt mit 330,5 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau. Bild: Egger Group

» Mehr Informationen:
EGGER-Gruppe

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