Neuer Kollektivvertrag im Handel: Meilenstein mit Fortsetzung

Der alte, verstaubte Kollektivvertrag im Handel hat ausgedient. Das neue Gehaltssystem für die Mitarbeiter ist einfach, transparent und fair. In der nächsten Verhandlungsrunde muss es um das Zulagenwesen, Durchrechnungszeiträume und flexible Arbeitszeiten gehen, fordert Spartenobmann Martin Wetscher.

Höhere Einstiegsgehälter für Berufseinsteiger, eine flachere Lebensverdienstkurve und deutliche Vereinfachungen, gepaart mit mehr Rechtsicherheit für die Unternehmen. Das sind die Grundzüge der am Montag von den Sozialpartnern in Wien präsentierten Entgeltreform.

In der Pipeline: Zulagen und Durchrechnungszeiten

Für den Tiroler Obmann der Sparte Handel sind das nach langen und zähen Verhandlungen gute Nachrichten. „Viele Kollektivverträge stammen noch aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und wurden einfach immer nur fortgeschrieben. In vielen Fällen weit an der wirtschaftlichen Realität vorbei“, erklärt Wetscher und freut sich, dass mit den Arbeitnehmervertretern ein Neuanfang gelungen ist.

Noch sind die Verhandler aber noch nicht ganz am Ziel. „In einem zweiten Schritt muss jetzt noch das ganze Zulagenwesen ordentlich entrümpelt werden“,  hält der Handelsobmann fest.

Aus Tiroler Sicht fordert Obmann Wetscher auch eine Lösung für die Saisonbetriebe (etwa den Sporartikelhandel) im Land. „Deshalb muss in dieser zweiten Verhandlungsrunde auch über Durchrechnungszeiträume und flexible Arbeitszeiten gesprochen werden.“

Mehr Einstiegsgehalt, flachere Lohnkurve

Zurück zu den Ergebnissen der ersten Verhandlungsrunde. Neuanfang ist auch das richtige Stichwort bei den Berufseinsteigern im Handel: das Einstiegsgehalt für Angstellte mit kaufmännischer Ausbildung steigt nämlich auf 1.600 Euro. „Damit werden wir als Arbeitgeber weiter an Attraktivität gewinnen“, ist Wetscher überzeugt. Im Gegenzug wird die Lebensverdienstkurve flacher. Erreicht wird dies durch eine neue Methodik in der Anrechnung von Vordienstzeiten. Mitarbeiter mit Berufserfahrung werden damit für die Unternehmen wieder leistbar. Neu ist auch die Anrechnung von Karrenzzeiten.

Umstieg frei wählbar ab 1. Dezember 2017

Auf der anderen Seite bringt die Entgeltreform deutliche Vereinfachungen und mehr Rechtssicherheit für die Betriebe. Eine Gehaltstabelle anstatt von bisher acht Tabellen und zwei Gehaltsgebieten bringt zudem eine deutliche Vereinfachung.

Für die optimale Umsetzung der neuen Gehaltsordnung in den Unternehmen wurde ausreichend Zeit eingeplant. Die Unternehmen haben beginnend mit dem 1. Dezember 2017 vier Jahre lang Zeit um ins neue Gehaltssystem zu wechseln. Dies erfolgt zu einem Stichtag, den das Unternehmen frei wählen kann. Vorgesehen ist ein Übertritt der gesamten Belegschaft zum selben Zeitpunkt um zwei pralelle Gehaltssyteme zu vermeiden.

» Mehr Informationen: 
• Dr. Karolina Holaus, Sparte Handel in der Tiroler Wirtschaftskammer, T 0590905-1432, M karolina.holaus@wktirol.at
• Bundessparte Handel

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