RHI: Bergbau mit höchsten Umweltstandards

Wie Tagebau und Industrieproduktion unter größtmöglicher Umweltschonung vonstattengehen können, zeigt die RHI mit ihrem Werk in Hochfilzen. Die Produkte werden dort verwendet, wo es um Prozesse mit extrem hohen Temperaturen geht.

Seit 1958 baut das Werk in Hochfilzen Magnesit und Dolomit ab und verarbeitet diese Mineralien in einem Hightech-Brennverfahren zu feuerfesten Rohstoffen. Diese Rohstoffe dienen als Basis für die Erzeugung von feuerfesten Massen, welche als Schutz für die Aggregate in der Stahlindustrie benötigt werden. Hochfilzener Produkte werden dort verwendet, wo es um Prozesse mit extrem hohen Temperaturen und extremen mechanischen und chemischen Anforderungen geht. Das 90-Mitarbeiter-Werk baut jährlich knapp 200.000 Tonnen Rohstoff ab und ist ein Erfolgsfaktor für die Muttergesellschaft, den RHI-AG-Konzern, Wien, dem Weltmarkt- und weltweiten Technologieführer in Sachen Feuerfest-Materialien.

Seit 2002 umweltzertifiziert nach ISO-14.001

Die führende Kompetenz der RHI Gruppe beginnt beim Rohstoffabbau und setzt sich beim Gesteinstransport fort. In Hochfilzen werden Magnesit und Dolomit noch am Abbauort gebrochen und dann per Seilbahn ins 500 Meter tiefer gelegene Werk transportiert. Weil die Seilbahn die Gesteinslast dabei von oben nach unten transportiert, generiert sie sogar noch elektrische Energie – eine äußerst umweltschonende Art, den Rohstoff ins Werk zu bringen, wie Hochfilzen-Werkschef Norbert Lerchl berichtet.

Der umweltschonende Rohstofftransport ist nur ein Mosaikstein einer umfassenden Umweltstrategie, die besonders seit dem Jahr 2002 (damals wurde das Werk ISO-14.001-umweltzertifiziert) für viele Highlights sorgt:

  • Renaturierung: Herausragend ist die Kompetenz von RHI, Abbauareale wieder zu rekultivieren und zu renaturieren: Sämtliche Halden werden wieder begrünt und aufgeforstet – nach einer Methode, die in enger Abstimmung mit der ökologischen Bauaufsicht des Landes Tirol und vor allem mit den Grundeigentümern erfolgt. Dies trägt dazu bei, dass ein Großteil der Flächen bereits kurze Zeit nach dem Gesteinsabbau wieder der ursprünglichen Nutzung zugeführt werden kann. „Wir platzieren große Steine und errichten natürliche Unterstände wie z. B. Baumstöcke für die Tierwelt, dieselbe Pflanzenwelt wie vorher, Wasserläufe, Teiche etc. Das ist weltweiter Top-Standard“, sagt Lerchl.
    Das Unternehmen pflanzt im Hochfilzener Abbaugebiet jährlich rund 2000 Bäume und 200 Weidensetzlinge, begrünt ca. 4000 Quadratmeter Halden. Das alles sorgt dafür, dass Almwirtschaft, Bergbau, Tourismus und Pistenskilauf gedeihlich miteinander existieren können. Auch im Werk selbst legt man großen Wert auf modernste Umwelttechnik:
  • Filtertechnologie: 2012 wurden 8,6 Mio. Euro in eine umweltschonende Schlauchfilteranlage investiert, die dafür sorgt, dass Staubemissionen am Schornstein auf ein Minimum reduziert werden.
  • Recycling: 2014 gelang es mit neu entwickelter Technologie, Aufbereitungsmaterialien, die teilweise schon seit den sechziger Jahren unnutzbar auf dem Firmenareal lagerten, einem Recyclingprozess zuzuführen und für das Werk nutzbar zu machen, Investitionssumme: 1 Mio. Euro.
  • Energiesparen: Seit 2015 greift ein effizientes Energiemanagement-System: „Da sind viele Ideen unserer engagierten Mitarbeiter eingeflossen“, berichtet Lerchl.
  • Stetige Verbesserung: Mit vielen Einzelmaßnahmen ist es gelungen, den NOX-Ausstoß seit dem Jahr 2003 um 80 Prozent zu reduzieren. „Wir messen unsere Umweltleistung jährlich nach einem Punktesystem, und das zeigt einen deutlichen Verbesserungstrend“, sagt Lerchl.

Erleichtert wird dies durch den ökonomischen Erfolg der RHI-Gruppe: Im Vorjahr wurde ein Nachsteuergewinn von 75,9 Mio. Euro erzielt. Lerchl: Wesentlich für den Erfolg sei die Zusammenarbeit Kunde/Vertrieb/Produktion und Forschung – sowie der hohe Facharbeiteranteil: „Lehrlinge haben in unserer Gruppe die Chance, international tätig zu sein.”

Hochfilzen-Chef Norbert Lerchl

Hochfilzen-Chef Norbert Lerchl forciert Öko-Management auf vielfältige Weise, von der Abbauflächen-Renaturierung bis zum Recycling. Foto: Riedler

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