Konjunktur: Der Tiroler Wirtschaftsmotor läuft „auf Hochtouren“

Die Ergebnisse des aktuellen TOP Tirol Konjunkturbarometers zeigen: Durch eine starke Export-Nachfrage und den Konsum sind die Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt. Für WK-Präsident Bodenseer die beste Zeit, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

„Der Tiroler Wirtschaftsmotor läuft zur Jahresmitte 2017 – es geht bergauf für Tirol!“, fasst Jürgen Bodenseer, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, die ersten sechs Monate der heimischen Wirtschaft konkret zusammen. Anstelle der ursprünglich erwarteten 1,8 % wird die Bruttowertschöpfung in Tirol dieses Jahr aus heutiger Sicht um rund 2,3 % – 2,5 % zulegen. „Die Aussichten für die TOP Tirol Unternehmen sind optimistisch”, so Bodenseer. Die ohnehin positiven Erwartungen vom Jahresstart 2017 im ersten halben Jahr wurden übertroffen: Der Geschäftsklimawert (Mittelwert von Lage und Erwartung) erreicht mit 61 %-Punkten einen historischen Höchststand.

Die Konjunktur hat vor allem zwei Väter: Durch eine starke (Export-) Nachfrage und aufgrund eines dynamischen privaten Konsums sind die Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt. Dies führt auch dazu, dass jeder dritte Tiroler Leitbetrieb wieder die Möglichkeit hat in den kommenden Monaten seinen Personalstand zu erhöhen. 65 % der befragten Leitbetriebe berichten von einer guten aktuellen Geschäftslage und etwa 62 % erwarten ebenso einen positiven Trend der wirtschaftlichen Lage ihres Betriebes für den Herbst 2017.

„Speziell die Produktionsbetriebe profitieren von einer vollen Auftragslage. Rund 75 % der Leitbetriebe der Tiroler Industrie sind gut ausgelastet. Insgesamt berichten 59 % von einer guten Auftrags- und Buchungslage ihres Unternehmens. Auch in anderen Sparten überwiegt eine gute Auftragslage. In der Tiroler Verkehrswirtschaft 59 %, im Gewerbe 57 % und in der Bauwirtschaft 55 %. Einzig im Tourismus könnte zum Saisonbeginn die Auftragslage noch etwas besser sein“, erklärt Stefan Garbislander, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik & Strategie. Die starke Auftragslage hat auch zur Folge, dass die Unternehmen zu Engpässen bei der Kapazitätenauslastung kommen. „Mittlerweile berichten 23 % der befragten Unternehmen, dass ihre Kapazitäten zu stark ausgelastet sind – im Vergleich zum Vorjahr waren dies nur 13 %“, erläutert Garbislander.

Konjunktur beflügelt Bereitschaft zum Investieren

Einer der Faktoren der schleppenden Konjunkturentwicklung der letzten Jahre war auch eine ausgeprägte „Investitionsflaute“ in weiten Teilen der österreichischen Wirtschaft. In den letzten zwölf Monaten ist die Bereitschaft von Großbetrieben und mittleren Großbetrieben gestiegen. Besonders positiv ist die Investitionsneigung im Tiroler Handel (50 %), gefolgt von der Tourismuswirtschaft mit 38 % und der Tiroler Industrie mit 24 %. „Investitionsmaßnahmen im Bereich Digitalisierung & Rationalisierung sind bei den Tiroler Leitbetrieben angekommen und wirken sich aus“, so WK-Präsident Bodenseer.

Auch die Arbeitslosenquote dürfte sich angesichts der guten Konjunktur etwas stärker reduzieren als noch zu Jahresanfang prognostiziert: Aus heutiger Sicht wird Tirol erstmals seit fünf Jahren wieder eine Arbeitslosenquote unter 6 % (5,8 %) erreichen.

In Sachen Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich eine leicht bessere Einschätzung als vor zwei Jahren. Zwar geben 65 % der befragten Leitbetriebe an, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes in den letzten fünf Jahren nicht verändert hat, 24 % sehen eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit und 11 % eine Verbesserung. Somit gibt es zwar nach wie vor eine tendenziell kritische Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit, dennoch ist eine leichte Trendwende im Vergleich zur letzten Evaluierung dieser Fragestellung im Herbst 2014 zu erkennen.

Wirtschaft und Arbeit in die Landesverfassung

Es läuft also aktuell sehr gut, „dennoch müssen wir am Ball bleiben und die Rahmenbedingungen verbessern.“ Der Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer fordert deshalb: „Wirtschaft und Arbeit müssen nicht nur in der Bundes- sondern auch in der Landesverfassung verankert sein.“ Es braucht ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz auf der einen und Wirtschaft und Arbeit auf der anderen Seite. „Nur so können wir sicherstellen“, hält Bodenseer fest, „dass Unternehmen und Arbeitsplätze auch in den Tälern eine Zukunft haben.“

» Mehr Informationen:
Factsheet TOP Tirol Konjunkturbarometer Sommer 2017
Zahlen, Daten, Fakten zum Wirtschaftsstandort Tirol

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