Jungunternehmer kämpfen mit Bürokratie und Nebenkosten

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist der Beschäftigungsbonus, welcher für Unternehmen, die Mitarbeiter anstellen eine Erleichterung bei den Lohnnebenkosten schafft.

“Wir sind sehr ‘happy’ mit dem Beschäftigungsbonus, aber das kann nur ein erster Schritt sein, die Lohnnebenkosten langfristig zu senken”, sagte der Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Tirol, Clemens Plank.

Über ein Drittel aller Befragten möchte “den Beschäftigungsbonus beantragen und zusätzliche Mitarbeiter einstellen”. 55 Prozent wollen den Personalstand in den nächsten sechs bis zwölf Monaten (eher) nicht aufstocken. “Uns persönlich ist wichtig, dass der Beschäftigungsbonus auch von den Klein- und Mittelbetrieben abgeholt wird”, betonte der JW-Landesvorsitzende.

Bildungssystem nicht zukunftsfit

“Die jungen Betriebe sind sehr stark besteuert und haben permanent mit bürokratischen Hürden zu kämpfen”, so Plank. Die Höhe der Lohnnebenkosten empfinden jedenfalls 90 Prozent als (eher) große Belastung. Für nur drei Prozent stellt sie (eher) kein Problem dar.

Lediglich 9 Prozent der mehr als 800 online befragten Jungunternehmer beurteilen die Qualifikation der Fachkräfte als gut. “Die überwiegende Mehrheit stellt unserem Bildungssystem kein gutes Zeugnis aus”, berichtete der JW-Landesvorsitzende. Nur ein Prozent hält es für “zukunftsfit”, weitere 13 Prozent für “eher zukunftsfit”. Drei Viertel geben an, dass die Bundesregierung nicht genügend unternimmt, um für die Zukunft ausreichend Fachkräfte hervorzubringen.

Notwendig seien bessere digitale Kompetenzen, “ein flächendeckend gutes Angebot von ganztägigen Schulen” sowie die Vermittlung von selbstständigem, unternehmerischem Denken in den Lehr- und Ausbildungsplänen. “Wir hoffen, dass es bei der Bildungsreform mehr um Inhalte geht als um Strukturen, damit die Kinder auf das 21. Jahrhundert vorbereitet werden und dass auch Wirtschaftskompetenz vermittelt wird.”

Flexiblere Arbeitszeiten gefordert

Im Grunde sei die Ausgangsbasis insgesamt aber eine gute – “es ist nur jetzt ganz wichtig, dass auch wirklich etwas passiert”, so Plank. “Das Thema Bildung, Pensionen, Steuersystem, Bürokratie und Arbeitszeitflexibilisierung muss einfach umgesetzt werden”, fordert Plank. Sein Wunsch wäre, “dass die Gewerkschaften erkennen, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben und auch, dass sich die Wirtschaft verändert hat”. Bei der Arbeitszeitflexibilisierung hielte er für das Einhalten der durchschnittlichen Arbeitszeit einen Durchrechnungszeitraum von 52 Wochen, also einem Jahr, für sinnvoll. “Es geht nicht darum, Kosten zu sparen, sondern dass man als Unternehmer flexibel reagieren kann”, erklärte Plank. “Generell ist die Stimmung unter den Tiroler Jungunternehmern sehr gut und der Optimismus nimmt spürbar zu. Im Jänner glaubten nur 17 Prozent der Jungunternehmer an eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage – heute sind es schon 36”, so der Landesvorsitzende optimistisch.

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