“Vertane Chance”: Keine Einigung bei flexibleren Arbeitszeiten

Die Arbeitnehmervertreter haben ihr Wunschprogramm durchgezogen und die Flexibilisierung der Arbeitszeit blockiert. WK-Präsident Bodenseer fordert weitere Verhandlungen – “sonst fährt der Zug ohne uns ab!”

Für WK-Präsident Jürgen Bodenseer haben die (gescheiterten) Verhandlungen rund um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten eine enorme Schieflage in der Sozialpartnerschaft offen gelegt: “Es zeugt nicht von einer fairen Haltung, dass die Arbeitnehmer-Interessen berücksichtigt wurden (Mindestlohn), aber die Forderungen der Arbeitgeber an der Betonierer-Haltung der Arbeitnehmervertreter gescheitert sind”, ärgert sich Bodenseer über die “vertane Chance.” Für ihn sind AK und Gewerkschaften offenbar immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. “Die Flexibilisierung der Arbeitszeit wird immer als Unternehmer-Thema missverstanden. Mehr Flexibilität in Spitzenzeiten sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit direkt Arbeitsplätze. Einige wenige 12-Stunden-Tage wären Ausnahmen für Auftragsspitzen und kein generelles Ziel”, betont der WK-Präsident und fügt noch an: ” …und jede zusätzliche Stunde wird als Überstunde abgegolten oder in frei wählbare zusätzliche Freizeit umgewandelt.”

Keine faulen Kompromisse

Bodenseer stärkt dem Präsidenten der WKO den Rücken: Christoph Leitl hat intensiv verhandelt, aber er war zu keinen (faulen) Kompromissen bereit. Sozialromantik wie eine sechste Urlaubswoche oder eine Bildungswoche können sich die unter hartem Konkurrenzdruck stehenden heimischen Betriebe einfach nicht leisten”, so Bodenseer. Auch haben unsere Unternehmerinnen und Unternehmer (genauso wie die Österreicherinnen und Österreicher) faule Kompromisse satt, die mehr Problem als Lösung darstellen. Wir wollen eine echte Zukunftslösung für den Standort, für die Betriebe und die Arbeitnehmer. Die Welt um uns verändert sich so rasant wie nie zuvor.

“Es wird Zeit, dass die Arbeitnehmervertretung auf den fahrenden Zug aufspringt und erkennt, dass der Zug sonst ohne unsere Wirtschaft samt ihren Arbeitsplätzen fährt. Ich erwarte mir, dass die angekündigte Gesprächsbereitschaft der Arbeitnehmerseite mehr als ein Marketinggag ist. Wenn – wie verlautbart – beide Seite schon knapp zusammen waren, dann muss endlich ein vernünftiges Ergebnis folgen”, so Bodenseer, “im Sinne der Arbeitgeber UND der Arbeitnehmer! Und das noch in diesem Sommer!” Der WK-Präsident zählt hier auch auf Sebastian Kurz, von dem er sich wünscht, dass er AK und Gewerkschaften “Beine” machen soll, damit sie die moderne Zeit der Innovation, Digitalisierung und veränderten Arbeitszeiten nicht verschlafen.

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