Extremsport im Krankenstand

KOMMENTAR

Der Hausverstand hat sich im Dickicht der Paragrafen längst verlaufen.

Diese Woche ist eine seltsame Geschichte durch die Medien gegeistert. Ein Lehrer hatte sich wegen rascher physischer und psychischer Erschöpfbarkeit krankschreiben lassen. Im Krankenstand hat er an einem Duathlon teilgenommen und diesen auch noch gewonnen (also musste er vorher wohl kräftig trainiert haben). Halten wir fest: Laufen und Radeln als Extremsport bei einem Wettbewerb. Und wie passt das zur “raschen Erschöpfbarkeit”? Eben. Gar nicht. Die Folge war logisch: Das Disziplinarverfahren wurde eingeleitet.

Aber die Geschichte ist noch nicht aus. Inzwischen streiten sich mehrere Gerichte darum, ob der Lehrer wissen hätte müssen, dass die Wettkampf-Teilnahme seiner Genesung schaden könnte. Bei uns Raben würde man sagen: No na! Viele Paragrafen, null Hausverstand. Genau das ist euer Problem: Jede Geschichte wird derart verdreht, verfremdet und zerredet, dass einem die Federn zu Berge stehen.

Mir geht es jetzt nicht um Lehrer und um diesen einen Lehrer schon gar nicht. Es geht um ein Prinzip. Wenn ein Angestellter einen Fehler macht, ein Autofahrer einen Umfall glasklar verschuldet oder eine Autofirma an den Abgaswerten herumtrickst – steht doch endlich dazu und verschont die Gerichte mit solchem Quatsch. Die haben offenkundig derart viele Paragrafen vor den Augen, dass sich darin der Hausverstand schon längst verirrt hat. Und den braucht ihr heutzutage nötiger denn je, meint

Der Rabe


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