Zukunft des Handels zwischen realer und virtueller Welt

Tirols Handelsobmann Martin Wetscher war bei der Eröffnung von Amazons erstem Ladenlokal in New York. Von der beispielhaften Verknüpfung des stationären Handels mit dem Onlinegeschäft können Tiroler Händler noch viel lernen.

Blitzlichtgewitter. Neugierige Gesichter. Prüfende Blicke. Das Interesse ist riesig. Im knapp 400 Quadratmeter großen Geschäft im Time Warner Building am Columbus Circle in New York drängen sich zahlreiche Journalisten und neugierige Besucher zwischen Regalen – vollgefüllt mit Büchern. Es ist aber nicht irgendein Buchgeschäft, das Eröffnung feiert, sondern Amazon – der weltgrößte digitale Einzelhändler – der sein erstes Ladenlokal an der amerikanischen Ostküste, im Herzen der Verlagsindustrie, aufsperrt. Und mitten im Getümmel: Tirols Handelsobmann Martin Wetscher.

Buchladen der Zukunft schaut retro aus

„Die virtuelle Welt wird realer, die reale Welt wird virtueller. Die Herausforderung liegt in einer unverwechselbaren Verbindung dieser Welten – die einen neuen Kundennutzen schafft“, bringt es Wetscher nach seiner Rückkehr aus dem Big Apple ins beschauliche Tirol auf den Punkt. Gerade Amazon als digitaler Händler, so der Obmann, habe zum Niedergang vieler kleiner Ladenstrukturen beitragen. „Jetzt kommt der digitale Einzelhändler mit einem dicken Paket an virtueller Erfahrung und sämtlichen Kundendaten in die reale Welt der Kaufleute zurück.“

Und das Interessante dabei: „Die Zukunft der Buchläden schaut ziemlich retro aus“, erklärte Jennifer Cast, Vice President Amazon, im Gespräch mit Wetscher. Die Bücher „mit dem Gesicht nach vorne“ zu präsentieren, oder Inhaltsthemen zusammenzufassen, eine Warenträgerpräsentation, die den Kunden relativ dicht an die Ware herangeführt – all das kennen Tiroler Buchhändler sicher schon wesentlich länger, als es Amazon gibt.

Nutzerdaten im stationären Verkauf

„Vieles ist aber im Detail besser, sauberer und konsequenter ausgeführt, als das bei unserem stationären Handel der Fall ist. Es steht auch wieder jemand am Eingang, der grüßt und Hilfe und Orientierung anbietet. Ein echter Mensch. Der Laden ist überschaubar, die Orientierung klappt, man kennt sich aus“, fasst Martin Wetscher seine ersten Eindrücke zusammen.

Wirklich neu sei die Öffnung der Nutzerdaten für den stationären Verkauf: Es gibt endlose Empfehlungen, Listen von Büchern, die Kunden am schnellsten ausgelesen haben, Beliebtheitsrankings aller Art, Bücher mit den meisten oder besten Rezessionen, usw.

Ladengeschäft als physische Erweiterung

Amazon, so Cast, sieht den Laden als „physische Erweiterung“ von Amazon.com. Und damit bricht bereits die nächste Trendwende an. Denn in den vergangenen Jahren „haben wir immer empfohlen und befunden, dass „der Onlineshop die Verlängerung der Ladenzeile sein kann. An den aktuellen Entwicklungen sehen wir, wo die Reise in Zeiten der Digitalisierung für den Handel hingeht“, betont Wetscher. Was diese Prozesse konkret für den einzelnen Tiroler Händler bedeuten, welche Schritte er setzen sollte und wie ihn die Wirtschaftskammer dabei unterstützt, lesen Sie in der untenstehenden Box.

Martin Wetscher und Jennifer Cast

Handelsobmann Martin Wetscher im Gespräch mit Jennifer Cast, Vice President Amazon, bei der Ladeneröffnung in New York. Foto: Wetscher

 

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