Cyber-Security-Hotline als neues Service für Unternehmen

Die Wirtschaftskammer weitet im Zuge der WKO-4.0-Reform ihre Services und Dienstleistungen aus. Unter der Nummer 0800 888 133 erhalten Unternehmen ab sofort kostenlose Hilfe bei Cyberattacken aller Art.

Das Wirtschaftsleben wird immer digitaler. Dabei werden nicht nur die Chancen der Digitalisierung unterschätzt, sondern oft auch die Gefahren durch die sogenannte Cyber-Kriminalität: In Österreich hat es im Vorjahr 13.013 angezeigte Straftaten in diesem Bereich gegeben – eine Steigerung von satten 31 Prozent. In Tirol ist die Zahl der angezeigten Straftaten vom Jahr 2015 auf 2016 um gut 20 Prozent auf 1.021 Straftaten gestiegen. Damit ist die Cyber-Kriminalität ein immer größer werdendes Problem, das nicht nur hochtechnologische Start-Ups betrifft, sondern auch den Hotelier, die Werkstatt oder den Händler von nebenan betrifft. „Aus diesem Grund weitet die Wirtschaftskammer im Zuge der WKO-4.0-Reform ihre Services und Dienstleistungen in diesem Bereich aus. Mit der neuen Cyber-Security-Hotline stehen WK-Mitgliedern von nun an IT-Experten kostenlos 24 Stunden und sieben Tage die Woche mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Jürgen Bodenseer.

Möglichst wenig Angriffsfläche bieten

Das Cyber-Angriffen eine reale Bedrohung sind unterstreicht Christoph Holz, Digitalisierungsexperte und Obmann der Tiroler Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie – kurz UBIT. „Früher haben Kriminelle Banken überfallen um an Geld zu kommen, heute hacken sie Computersysteme. Vor Kurzem hat beispielsweise der WannaCry-Virus gezeigt, wie angreifbar viele Unternehmen sind. Deshalb ist es wichtig, Hacken möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und dem Thema IT-Sicherheit große Aufmerksamkeit zu schenken. In diesem Zusammenhang freut es mich, dass mit der neuen Cyber-Security-Hotline ein Punkt aus der von der Fachgruppe UBIT erarbeiteten ‚Digitalen Agenda Tirol‘ aufgegriffen und umgesetzt wurde.“

Schaden kann enorm sein

Welchen Schaden eine Hacker-Angriff musst Mario Gerber, der Obmann der Tiroler, erst kürzlich schmerzlich erfahren. „Alle mehr als 30 Registrierkassen und Ordermans wurden lahmgelegt. Da der Angriff am Abend stattfand, waren die Aufzeichnungen über den gesamten Tagesumsatz plötzlich weg“, schildert der Hotelier, der mit seiner Familie drei Hotels mit insgesamt 150 Mitarbeitern betreibt. Obwohl in diesem Fall sehr schnell reagiert wurde und eine Softwarefirma noch in der Nacht das System reparieren konnte, entstanden immense Kosten im fünfstelligen Bereich. Die Hacker hatten jedoch in der kurzen Zeit keine Möglichkeit eine Erpressung zu starten, wie es bereits bei anderen Tiroler Unternehmen versucht wurde. Gerber, der rät daher allen Betrieben, Systeme bestmöglich durch eine Firewall zu schützen, alle Zugänge nach außen zu verschlüsseln bzw. einen sicheren VPN-Zugang zu nutzen.

Experten leisten rasche Notfall-Hilfe

Wenn der Schaden aber schon passiert ist, dann können sich die betroffenen Unternehmen nun an die neue Cyber-Security-Hotline wenden, die als Pilotprojekt von den Pilotprojekt Wirtschaftskammern Tirol, Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg und Steiermark sowie von der Wirtschaftskammer Österreich installiert wurde. Unter der Hotline-Nummer 0800 888 133 unterstützten kompetente Ansprechpartner in allen kritischen Sicherheitsvorfällen mit Bezug auf IKT-Infrastruktur (PC, Server, Handy etc.), beispielsweise bei Virenbefall, Verschlüsselungstrojanern oder digitaler Erpressung, zum Beispiel Zahlung mit Bitcoins – also bei allen Fällen, die unter dem Begriff Cyber-Kriminalität zusammengefasst werden, berichtet Alfred Gunsch von der UBIT-Experts-Group IT-Security der WK Tirol. Diese kostenlose „Erstversorgung“ ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar. Für Hilfe darüber hinaus sorgt ein ebenfalls neu eingerichteter Bereitschaftsdienst von IT-Security-Experten (Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr). „Hier stehen hochspezialisierte IT-Unternehmen zur Verfügung, die allesamt Mitglied der UBIT-Experts Group IT-Security sind. Auch hier ist das vom Callcenter zugewiesene Erstgespräch kostenlos, erst ein weiterer Einsatz muss dann vom Kunden an die Firma bezahlt werden“, erklärt Gunsch.

Mehr Infos zur neuen Hotline und zum Thema Cyber-Security gibt’s unter www.cys.at. und im folgenden Video:

 

 

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