Immobilienpreisspiegel 2017: Konstante Entwicklung auf hohem Niveau

Der alljährlich erstellte „Immobilienpreisspiegel“ ist eine wichtige Unterlage für Treuhänder, alle beratenden Berufe und auch für Konsumenten. Er reflektiert die im vergangenen Jahr erzielten Durchschnittspreise für verschiedene Liegenschaftsarten in allen politischen Bezirken Österreichs. Die aktuellen Ergebnisse wurden nun in der WK Tirol vorgestellt.

“Die Wohnimmobilien haben sich im Österreich-Trend nur geringfügig verteuert. Bei neuen Eigentumswohnungen zeigt sich in allen Bundesländern eine einheitliche Preisentwicklung, bei gebrauchten Eigentumswohnungen hat sich der Höhenflug der Preise weiter eingebremst. Innsbruck zählt nach wie vor in allen Objektkategorien zu den teuersten Landeshauptstädten”, gibt der neue Fachgruppenobmann der Tiroler Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Philipp Reisinger, einen ersten Überblick.   

Der Immobilienpreisspiegel 2017 aus Tiroler Sicht

„Die Grundstückspreise für Einfamilienhäuser sind in allen Bezirken mit Ausnahme von Schwaz und Lienz in der Kategorie gute Wohnlage, gestiegen. Im Bezirk Innsbruck-Stadt sind die Preise in allen Wohnlagen überproportional gestiegen, wenngleich festgestellt werden muss, dass in der Landeshauptstadt der Anteil der Grundstücke in Höhe von 2,2% aller Verkäufe verhältnismäßig gering ist“, so Fachgruppen-Stv. Arno Wimmer.

Die Preise für Eigentumswohnungen (Erstbezug) sind in den Kategorien normale Wohnlage mit zwei Ausnahmen, gute Wohnlage und sehr gute Wohnlage fast durchwegs gestiegen, wobei die Steigerungen moderat ausgefallen sind. In der Kategorie mäßige Wohnlage waren auch differenziert beim einfachen Wohnwert und beim mittleren Wohnwert Preissenkungen festzustellen. „In Innsbruck werden kaum geförderte Eigentumswohnungen angeboten und ein hoher Anteil der Neubauwohnungen werden als Anlagewohnungen gekauft. Zudem entfallen in Innsbruck etwa die Hälfte aller verkauften Wohnungen auf gewerbliche Bauträger“, erklärt Wimmer.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen sind die Preisentwicklungen sehr unterschiedlich – sowohl in den einzelnen Bezirken, in den unterschiedlichen Wohnlagen als auch bei den jeweiligen Wohnwerten. Auch bei den Einfamilienhäusern sind unterschiedliche Preisentwicklungen gegeben. In den Bezirken Imst, Kitzbühel, Lienz und Reutte sind in allen Wohnlagen und bei allen Wohnwerten mit wenigen Ausnahmen überwiegend geringfügige Preissteigerungen gegeben. In den anderen Bezirken sind je nach Wohnlage bzw. Wohnwert auch Preissenkungen festzustellen. Auch bei Reihenhäusern sind mit wenigen Ausnahmen überwiegend geringfügige Preissteigerungen auszumachen und in wenigen Fällen geringfügige Preissenkungen zu verzeichnen.

Die Mietpreise für Wohnungen für die die Mietzinsobergrenze nicht gelten, haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. Im Bezirk Innsbruck-Stadt sind die Mietpreise überwiegend moderat gestiegen, in einzelnen Bezirken – abhängig von der Wohnlage und Wohngröße teilweise überproportional gestiegen und in einzelnen Bezirken abhängig von der Wohnlage und Wohngröße stückweise gesunken.

Die Preise für Grundstücke zur Betriebsansiedlung sind in den Bezirken Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land und Kufstein überproportional gestiegen, im Bezirk Lienz durchgehend gesunken, in den anderen Bezirken – mit Ausnahme Bezirk Schwaz beim einfachen Nutzungswert durch geringfügig bis überproportional gestiegen.

Auch die Büromieten haben sich in Tirol sehr unterschiedlich entwickelt. In den Bezirken Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land und Kitzbühel sind bei allen Nutzungswerten Mietpreiserhöhungen festzustellen, in den Bezirken Lienz und Reutte sind bei allen Nutzungswerten Mietpreissenkungen und in den anderen Bezirken unterschiedliche Mietpreisentwicklungen je nach Nutzungswert zu verzeichnen.

Bei den Mieten für Geschäftslokale ist zu bemerken, dass sich auch in 1a-Lage, unabhängig von der Geschäftsgröße, die Preise sehr unterschiedlich entwickelt haben. Diese unterschiedlichen Mietpreisentwicklungen sind aber auch in 1b-Lage und in den Nebenlage festzustellen. Die zunehmende Tendenz zum Onlinehandel und der Trend zu hochwertigen Verkaufserlebnisflächen haben einen verstärkten Einfluss auf die jeweiligen Mietpreise.

Präsentierten in der WK Tirol die Ergebnisse des aktuellen Immobilienpreisspiegels (v.l.): FGO-Stv. Arno Wimmer, FGO Philipp Reisinger und FG-Geschäftsführer Michael Huber.

Präsentierten in der WK Tirol die Ergebnisse des aktuellen Immobilienpreisspiegels (v.l.): FGO-Stv. Arno Wimmer, FGO Philipp Reisinger und FG-Geschäftsführer Michael Huber. Foto: WKT/Agic

Österreich-Trends am Immobilienmarkt

Baugrundstücke für freistehende Einfamilienhäuser sind im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% gestiegen. Den höchsten Anstieg gab in Vorarlberg. Bei den Landeshauptstädten ist Salzburg (+ 1,6%) Spitzenreiter. In den meisten Landeshauptstädten setzt sich ebenfalls der Trend zu moderaten Preisanstiegen fort.

Österreichweit gab es bei den Einfamilienhäusern eine geringe Preissteigerung von plus 1,1% – wobei Wien mit 4,7% den höchsten Preisanstieg verzeichnete und die Steiermark das günstigste Pflaster bleibt. Ähnliches Szenario wie bei den Baugrundstücken: Hier liegt die Stadt Salzburg ebenfalls an der Spitze. Keine allzu großen Sprünge machten die Preise von Reihenhäusern: Die Preise sind um Durchschnitt nur um 0,5% gestiegen. Sehr einheitlich ist die Entwicklung im Bundesländervergleich bei den Eigentumswohnungen (Erstbezug): Im Durchschnitt sind die Quadratmeterpreise gestiegen, wobei Wien im Bundesländervergleich ganz vorne liegt. Durchschnittlich stiegen die Preise bei den gebrauchten Eigentumswohnungen im Österreich-Trend um 1,4%. Eisenstadt entwickelt sich gegen den Bundeslandtrend – hier steigen die Preise um 5,6%. Wenig Bewegung war österreichweit bei den Preisen für Mietwohnungen (freier Mietzins) zu beobachten: am niedrigsten waren die Durchschnittsmieten in Kärnten, am höchsten in Wien.

Bei den Geschäftslokalen bleiben die Nettomieten gedämpft und steigen um 0,9% gegenüber dem Vorjahr. Nur wenig Bewegung gab es am Büroimmobilienmarkt. Im Österreichdurchschnitt sind die Büromieten um 2,7% gestiegen. Bei der Entwicklung der Betriebsgrundstücke zeigt sich folgendes Bild: Die Grundstückspreise stiegen um 3,5% von 126,77 auf 131,24 Euro pro Quadratmeter. Auch in Tirol (plus 4,7%) sind Zuwächse ersichtlich.

Alle Ergebnisse im Detail

Der gesamte Immobilienpreisspiegel 2017 ist zum Preis von 35 Euro (27 Euro für WKO-Mitglieder) zzgl. USt und Versandkosten beim Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Wiedner Hauptstraße 57/2/2/5, 1040 Wien, erhältlich. Bestellungen per Email an bestellung-immo@wko.at oder telefonisch unter 0590900-5522 oder per Fax 0590900-1155222. Alle Infos unter auf www.wkimmo.at.

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!