Sozialsystem: Wirtschaft trägt Hauptlast, Reformen überfällig

Kein Sozialsystem ohne Wirtschaft – das belegt die Tiroler Sozialbilanz eindrucksvoll. Um die Finanzierbarkeit auch in Zukunft zu gewährleisten, muss das Sozialsystem reformiert werden.

Die jüngste Sozialbilanz der WK Tirol belegt einmal mehr: Die Tiroler Unternehmer tragen das Sozialsystem. Die Arbeitgeber zahlen 56 Prozent der Beiträge ein, die Arbeitnehmer 44 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: Die Tiroler Betriebe steuerten letztes Jahr 1,93 Milliarden Euro für Sozialausgaben bei, die Mitarbeiter 1,49 Milliarden. Die Unfallversicherung, die Entgeltversicherung für Insolvenzen und die Mitarbeitervorsorge werden sogar ausschließlich von Unternehmer-Beiträgen gespeist. “Pensionen, Arbeitslosengeld, Umschulungen, Arztbesuche und vieles mehr: Ohne die hohen Beiträge der Wirtschaft könnte unser soziales Netz nicht finanziert werden”, gibt WK-Präsident all jenen zu bedenken, welche die Begriffe “Wirtschaft” und “Soziale Kälte” in einem Atemzug nennen.

Schiefe Ebene: Die Beiträge zur Sozialversicherung in Tirol wachsen viel schneller als die Beschäftigtenzahl. Das wird zusehends zum Finanzierungsproblem.

Schiefe Ebene: Die Beiträge zur Sozialversicherung in Tirol wachsen viel schneller als die Beschäftigtenzahl. Das wird zusehends zum Finanzierungsproblem.

Unfinanzierbarkeit droht

Bei der Betrachtung der Sozialausgaben setzt sich ein Trend ungebremst fort: Seit 2010 waren es in Summe 426 Millionen Euro mehr, die von den Arbeitgebern jährlich aufgebracht wurden. Damit zahlten die Tiroler Betriebe im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent oder 62 Millionen Euro mehr ins Sozialsystem ein. Seit dem Jahr 2010 hat sich einer Erhöhung um satte 28 Prozent ergeben. In diesem Zeitraum nahm die Anzahl der Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft Tirols gerade einmal um 6,5 Prozent zu. Damit legten die Sozialausgaben über vier Mal stärker zu als es der Steigerung bei den Beschäftigten entspricht. “Diese Entwicklung braucht endlich eine Trendumkehr”, fordert WK-Präsident Jürgen Bodenseer, “wir müssen die finanzielle Reißleine ziehen, um nicht in der Unfinanzierbarkeit zu enden.”

“Einkommen aus Erwerbsarbeit und staatlichen Leistungen liegt viel zu knapp beisammen – das killt die Motivation und führt zur Inaktivitätsfalle!”
Jürgen Bodenseer

In der erfolgten Limitierung bei der Mindestsicherung in Tirol sieht der Präsident einen ersten wichtiger Schritt: “Einkommen aus Erwerbsarbeit und staatlichen Leistungen liegt viel zu knapp beisammen – das killt die Motivation und führt zur Inaktivitätsfalle”, warnt Bodenseer. Die Ausgabenexplosion unterstreicht auch die Forderung der Wirtschaftskammer, die aufgeblähte Organisation der Sozialversicherungsträger effizienter zu gestalten. Die WK hat dazu eine Studie auf den Tisch gelegt.

Der Präsident sieht auch im Wettbewerbsprinzip einen geeigneten Hebel: “Es wäre lohnenswert, über eine Versicherungspflicht anstelle der derzeitigen Pflichtversicherung nachzudenken. Der Markt ist in der Lage, die notwendigen Modernisierungen voranzutreiben”, ist Bodenseer überzeugt. Auch die Verankerung der Wirtschaft in der Verfassung ist dazu geeignet, das Kostenbewusstsein zu verbessern.

Die jüngste Sozialbilanz der WK Tirol belegt einmal mehr: Die Tiroler Unternehmer tragen das Sozialsystem. Die Arbeitgeber zahlen 56 Prozent der Beiträge ein, die Arbeitnehmer 44 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: Die Tiroler Betriebe steuerten letztes Jahr 1,93 Milliarden Euro für Sozialausgaben bei, die Mitarbeiter 1,49 Milliarden.

Die jüngste Sozialbilanz der WK Tirol belegt einmal mehr: Die Tiroler Unternehmer tragen das Sozialsystem. Die Arbeitgeber zahlen 56 Prozent der Beiträge ein, die Arbeitnehmer 44 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: Die Tiroler Betriebe steuerten letztes Jahr 1,93 Milliarden Euro für Sozialausgaben bei, die Mitarbeiter 1,49 Milliarden.

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