Ausbildungspflicht: Lehrstellen lassen sich nicht verordnen

Die AK fordert die Betriebe auf, „Lehrstellen zu schaffen“. Das werden sie auch – wenn die Voraussetzungen dafür stimmen.

Ab Juli gilt die so genannte „Ausbildungspflicht“ in Österreich. Das heißt, dass Jugendlichen nach Absolvierung der Pflichtschulzeit entweder eine weiterführende Schule bzw. Ausbildung besuchen oder eine Lehre absolvieren müssen. Das hat Arbeiterkammer-Chef Rudolf Kaske zu folgender Aussage inspiriert: „Die Unternehmen müssen mehr Lehrstellen schaffen.“

Abgesehen davon, dass in vielen Branchen eher die umgekehrte Situation herrscht und die Betriebe händeringend nach Lehrlingen suchen, lässt sich diese Frage nicht damit lösen, indem von oben herab Lehrstellen „verordnet“ werden.

„Ob es zukünftig genug Lehrstellen geben wird, hängt zu einem Großteil an den Rahmenbedingungen für die Betriebe“, erklärt Martin Felder, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Tirol.

Zum einen brauchen die Betriebe für eine Lehrlingsausbildung den entsprechenden Spielraum – dürfen also nicht durch Bürokratie, Kontrollen und Steuerlast an die Wand gedrängt werden. „Zum anderen ist eine Gewerbeordnung mit Augenmaß die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt noch genügend Lehrbetriebe finden“, erklärt Felder.

Keine taktischen Spielchen

Wenn jetzt bei diesem Thema politisches Kleingeld gemünzt wird, bekommen das unsere Jugendlichen direkt zu spüren. Felder fordert die Politik auf, taktische Spielchen beiseitezulassen und zu einer Reform der Gewerbeordnung zu kommen, die weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit und die Ausbildung im Gewerbe und Handwerk sicherstellt.

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