Metallindustrie für heuer optimistisch

Die Metalltechnische Industrie mit ihren 128.000 Beschäftigen erwartet heuer eine “solide bis gute Auftragslage”, so Fachverbandsobmann Christian Knill. Er sieht jetzt die Politik am Zug und fordert eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Ein Mitarbeiter der voestalpine AG, Unternehmensstandort Linz, geht durch die Lagerhalle der tonnenschweren, verzinkten Coils.

Die Auftragslage in der Metallindustrie ist solide bis gut. APA-FOTO: BARBARA GINDL

Zum anstehenden Arbeitsmarktpaket der Regierung hielt Knill fest, dass es keinen Abgleich von Arbeitszeitflexibilisierung gegen Arbeitnehmerforderungen geben dürfe. Es sei ihm im Zweifelsfall lieber die Regierung lege hier ein Paket zur Flexibilisierung vor, als die Sozialpartner machten wieder einen Abtausch. Im Raum steht etwa ein Deal “Flexibilisierung gegen sechste Urlaubswoche”.

An freien Tagen würde es in Österreich ohnehin nicht mangeln, rechnete Knill am Mittwoch vor. Von den 260 Wochentagen im Jahr würden 37 durch Urlaub und Feiertage als Arbeitstage entfallen. Der EU-Schnitt würde hier bei 35 liegen. Außerdem kämen durchschnittlich noch 12 Fehltage durch Krankenstände dazu. Die Zunahme der Produktivität in den vergangenen Jahren sei auf die zunehmende Automatisierung zurück zu führen, betonte er. Von einer Maschinensteuer, wie sie die SPÖ und Gewerkschaften fordern, hält Knill allerdings nichts.

Zur Herbstlohnrunde meinte Knill, dass die Arbeitgeber in guten Zeiten auch gerne gut zahlen – was seine Branche im übrigen auch in schwierigen Zeiten getan habe. Die Beschäftigten der Metallindustrie gehören mit einem Mindestlohn von 1.785 Euro zu den Branchen mit dem höchsten Mindesteinkommen. Zum Vergleich: Über alle Berufszweige hinweg arbeiten 356.500 Beschäftigte für weniger als 1.500 Euro brutto im Monat, was rund 1.200 Euro netto entspricht. Das trifft zu zwei Dritteln Frauen.

Leichte Rückgänge 2016

2016 musste die Metalltechnische Industrie eine leichten Rückgang beim Produktionswert auf 35,55 Mrd. Euro (minus 1,16 Prozent im Vergleich zu 2015) hinnehmen. Auch die Exporte waren mit 31,65 Mrd. Euro leicht rückläufig (minus 0,6 Prozent). Im Gegensatz dazu sei die Zahl der Beschäftigten mit 128.862 um 0,64 Prozent gestiegen. Die Auftragseingänge legten im Vorjahr um 1,83 Prozent zu.

Die wichtigsten Handelspartner 2016 waren Deutschland mit rund 9,5 Mrd. Euro (plus 1,9 Prozent), die USA mit 2,6 Mrd. Euro (minus 1,3 Prozent) und – für die Branche überraschend – Frankreich mit 1,5 Mrd. Euro (plus 8,8 Prozent). Deutliche Rückgänge gab es neben den USA im Handel mit China (minus 9,4 Prozent), der Schweiz (minus 10,1 Prozent) und Russland (minus 15,5 Prozent). Europa ist mit 74 Prozent aller Exporte nach wie vor der mit Abstand wichtigste Markt für die Metalltechnische Industrie. (APA)

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