Kurpfuscher

KOMMENTAR

Ein guter Arzt behandelt die Ursache. Ein Kurpfuscher lindert bloß die Symptome – wie die Bundesregierung.

Angenommen, ihr habt starke Schmerzen und müsst zum Arzt. Zu welchem hättet ihr mehr Vertrauen? Zu dem, der euch im Wochentakt eine Schmerzspritze verpasst – oder zu dem, der sich genau ansieht, wo das Problem liegt, sorgfältig eine wirksame Behandlung wählt und Schritt für Schritt die Ursache beseitigt? Eben.

Wenn es nach diesem Beispiel geht, betätigt sich die Bundesregierung eindeutig als Kurpfuscher. Die Symptome sind deutlich: Die hohen Lohnnebenkosten und die ausufernde Bürokratie hängen den Betrieben wie ein Klotz am Bein. Doch der Arzt namens „Große Koalition“ macht sich nicht die Mühe einer fundierten Diagnose, er packt lieber die milliardenschwere Geldspritze aus. Die enthält vier Programme, die Investitionen von Firmen und Gemeinden ankurbeln, Neueinstellungen sponsern und Über-50-Jährige in Sozialjobs hinein bringen sollen.

Das Ganze kostet 3,5 Milliarden Euro. Die Spritze ist zwar aufgezogen – bezahlt ist sie noch lange nicht.

Und? Sollen die ÖsterreicherInnen nicht froh sein, dass überhaupt geholfen wird?

Naja.

Ihr müsst mit der Dankbarkeit nicht übertreiben – schließlich zahlt ihr euch diese Milliardenspritzen selber.

Eine Verneigung wäre angebracht, wenn eure Regierung endlich Strukturreformen umsetzen würde, durch die sich diese Kurpfuscherei erübrigt.

Dass das die völlig zerstrittene nur mehr so genannte „Große Koalition“ noch auf die Reihe bringt, ist jedoch leider so gut wie ausgeschlossen,

meint

Euer Rabe


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