Manager ohne Grenzen: “Sich auf etwas komplett Neues einlassen!”

Karin Lindner ist Unternehmensberaterin und Trainerin aus Baumkirchen. Eine berufliche Auszeit brachte die Unternehmerin Ende 2016 endlich dazu, worauf sie schon immer Lust hatte: Ein Land zu bereisen und sich gleichzeitig für einen guten Zweck einzusetzen.

Durch die Stiftung „Manager ohne Grenzen“ reiste Lindner vier Wochen nach Ruanda und trainierte dort junge Universitätsabsolventen, die keine Arbeit finden und die sich mit eigenen Start-ups selbstständig machen wollen. Die jungen Menschen vom Überleben zum Leben trainieren und sie von der Theorie in die Praxis zu führen.

Ein mutiger Schritt

Am 8. Jänner 2017 ist Karin Lindner am Flughafen Innsbruck abgeflogen und 32 Stunden später am Einsatzort in Ruanda gelandet. Bis dahin war sie sich nicht sicher, was genau sie erwarten würde – nur eines war klar: Es wird ein Abenteuer auf ganzer Linie. Ein fremdes Land, eine fremde Sprache, eine komplett fremde Kultur. Karin Lindner hat ihre Projektgruppe „easy and possible“, bestehend aus rund 15 Menschen, einen Monat lang rund um die Planung ihrer Start-up-Ideen beraten und unterstützt, ihre eigenen unternehmerischen Wege zu gehen. Mit kreativen Methoden wurde die komplexe Theorie der Strategien und Arbeitsprozesse interaktiv trainiert.

Durch verschiedene Exkursionen zu heimischen Betrieben – unter anderem zu einer Teefabrik – haben die jungen Entrepreneurs den Alltag des Unternehmertums kennengelernt und konnten ihre Lehren daraus ziehen. Ein Referent informierte auch über Fördermöglichkeiten bei Unternehmensgründungen. 80 Prozent der Teilnehmer haben mittlerweile den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Unterstützen und fordern

Unternehmensberaterin Karin Lindner

Karin Lindner coachte junge Uni-Absolventen in Ruanda. Foto: Saringer

Fördern, begleiten und unterstützen ist die eine Seite – fordern die andere. Das wird wichtig, wenn es um unterschiedliche Haltungen geht, wie beim Umgang mit Pünktlichkeit und Zeit. „Bei Trainingsbeginn um neun Uhr trudelten die Teilnehmer teilweise erst zwischen zehn und zwölf Uhr ein. Da habe ich sie darauf hingewiesen, dass ich es respektlos empfinde, wenn ich 6.000 Kilometer auf eigene Kosten diese Reise antrete und keiner die Zeit ernst nimmt“, erzählt Karin Lindner. Und das hat gesessen, denn respektlos gegenüber der Tiroler Unternehmensberaterin wollte natürlich keiner sein. „Und dann gab es noch die Langsamkeit der Menschen, die mich manchmal in die Verzweiflung trieb. Aber man lernt schnell sich da nicht hineinzusteigern, sonst ist man nur frustriert.“

Für die Tiroler Unternehmensberaterin war der Monat in Ruanda eine unvergessliche Zeit mit vielen prägenden Eindrücken und Erlebnissen. „Sich aus der eigenen Komfortzone zu bewegen, bedeutet mutig zu sein. Die Bereitschaft sich auf etwas komplett Neues einzulassen“, erzählt Lindner im Hinblick auf Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung. „Die unglaublichen hygienischen Zustände haben mich viel Überwindung gekostet. Aber die Leute dort leben auch. Also durfte ich mich nur nicht zu viel hineinsteigern.“

Der gemeinsame Erfolg mit ihren Universitätsabsolventen und künftigen Start-ups etwas weiter gebracht zu haben und einen Schritt vor den anderen gesetzt zu haben gibt Karin Lindner ein zufriedenes Gefühl. Ein Projekt zusammen erfolgreich abgeschlossen zu haben. „Soziales Engagement ist eine Herzensangelegenheit. Ich kann diese Möglichkeit von „Manager ohne Grenzen“ nur jedem Unternehmensberater weiter empfehlen. Auch Unternehmen können ihre Mitarbeiter im Rahmen eines Sabbaticals für Entwicklungsprojekte ins Ausland schicken. “

» Weitere Informationen: Stiftung Manager ohne Grenzen

 

Im Bild oben: Bosco, Didi, Lemon, Nelson und Francois (v. r.) aus der Arbeitsgruppe „easy and possible“ versuchen unter der Anleitung von Karin Lindner einen Arbeitsprozess spielerisch zu entwickeln.

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