Frauen arbeiten in Österreich immer öfter in Teilzeit

Die Österreicherinnen arbeiten immer öfter in Teilzeit, die Vollzeitbeschäftigung geht zurück. Selbst wenn die Kinder außer Haus sind, bleibt der Anteil teilzeitbeschäftigter Frauen hoch.

Vollzeit oder Teilzeit? Die Entscheidung hat weitreichende Folgen.

Vollzeit oder Teilzeit? Immer mehr Frauen bleiben auch nach der Geburt nur teilzeitbeschäftigt. Bild: Markus Altmann/Corbis

Für ihre Studie untersuchte das Team vom ÖAW-Institut für Demographie Daten aus dem Mikrozensus der Statistik Austria. Dabei konzentrierten sie sich auf die Art des Beschäftigungsverhältnisses, in dem sich einerseits Mütter und andererseits kinderlose Frauen der Geburtsjahrgänge 1940 bis 1979 im Alter zwischen 36 und 40 Jahren befanden.

“Es zeigte sich, dass der Anteil der Mütter, die Vollzeit beschäftigt sind, abnimmt, während insgesamt der Anteil der Mütter in einem Beschäftigungsverhältnis zunimmt”, sagt Isabella Buber-Ennser. Hier lasse sich einerseits der oft zitierte “ganz klare Trend in Richtung Teilzeit” festmachen und andererseits einige speziellere Aspekte.

Unter kinderlosen Frauen liegt demnach der Vollzeit-Anteil über die untersuchten Geburtsjahrgänge mehr oder weniger konstant bei etwas unter 80 Prozent. Unter Müttern, die zwischen 1940 und 1949 geboren wurden, waren zwar nur etwas mehr als 50 Prozent erwerbstätig, ungefähr 40 Prozent waren allerdings in einem 40-Stunden-Job. Unter den Jahrgängen 1970 bis 1979 standen zwar schon rund 80 Prozent im Erwerbsleben, in einer Vollzeitbeschäftigung befanden sich jedoch nur 20 Prozent.

Bildung hat keine Auswirkung auf Teilzeitquote

Frauen mit einem höheren Bildungsabschluss wurden oft als Vorreiterinnen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesehen, erklärte Buber-Ennser. Tatsächlich waren über die untersuchten Jahrgänge hinweg höher gebildete Mütter mit kleinen Kindern immer deutlich häufiger erwerbstätig, ergab die Analyse. Unter den in den 1940er- und 1950er-Jahren geborenen Müttern waren Höhergebildete zudem tatsächlich auch öfter Vollzeit tätig. Ein interessantes Teilergebnis für die Forscher war allerdings, dass dieser Effekt bei den Jahrgängen zwischen 1960 und 1979 verschwand. “Diese Unterschiede nach Bildung gibt es hier nicht mehr”, sagte Buber-Ennser.

Waren die Kinder bereits außer Haus (die Wissenschafter sprechen vom “empty nest”) änderte sich an den Beschäftigungsverhältnissen der Frauen erstaunlich wenig. Immerhin 64 Prozent blieben in Teilzeit. Es zeige sich also, dass auch für “empty nest”-Mütter der Weg in Richtung Vollzeitarbeit nicht einfach ist, so die Forscherin. Grundsätzlich gelte, wer vor der Geburt schon in Teilzeitbeschäftigung war, bleibe es auch danach. (APA)

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