eyecre.at erobert die Welt der Kunstaugen

Plastikköpfe bzw. Halterungen für Schweineaugen und künstliche Augen sind tagtäglich bei Schulungen für Augenoperationen im Einsatz. Hergestellt werden diese Produkte vom Imster Unternehmen eyecre.at GmbH in Ötztal-Bahnhof. 

„Durch meine Lehre zum Bürokaufmann bei mts-the wetlab company GmbH bin ich in den Bereich der Augenoperations-Schulungen hineingewachsen. Mit einem Einzelunternehmen im Onlinehandel habe ich mich schließlich selbstständig gemacht und begonnen Schulungsmaterial – Kunstaugen und Halterungen für Schweineaugen – zu vertreiben“, beschreibt der Gründer der eyecre.at GmbH David Ortner, die Anfänge seines etwas außergewöhnlichen Betriebes.

Innovative Geschichte von eyecre.at

Seit einigen Jahren stellt Ortner nun gemeinsam mit einem Chemiker in einer ursprünglich als Garage angelegten Produktionshalle Kunstaugen und Halterungen für Operationen her. Durch das Feedback seiner Kunden bemerkte er recht schnell, dass sowohl die Qualität der bereits am Markt befindlichen Kunstaugen als auch die kurze Haltbarkeit nicht zufriedenstellend waren: „Für mich war klar: Ich kann das besser! Nach einer intensiven Marktanalyse, bei der ich unterschiedlichste Kunstaugen angekauft und untersucht habe, fing ich an meine ersten Augen zu bauen und erhielt bald eine Innovationsförderung.“ Zu diesem Zeitpunkt änderte Ortner auch seine Firmenkonstruktion und führt seitdem mit dem Innovationsgeber David Oberbichler und Karlheinz Hannig eine GmbH.

„Da wir viel mit hydrophilen Materialien arbeiten und die Kunstaugen in mit Wasser gefüllten Ampullen gelagert werden, entsteht ein schimmelfreundliches Milieu. Die Haltbarkeit zu verlängern, war unser höchster Anspruch, denn für eine kleine Firma ist jegliche Reklamation nur schwer zu verkraften. Inzwischen haben unsere Augen eine Haltbarkeit von einem Jahr“, freut sich Ortner über diesen Fortschritt.

Die eyecre.at GmbH agiert in enger Zusammenarbeit mit mts, die als Marktführer einer Nischendienstleistung, Schulungen bzw. Probe-Operationen in Feuchtlaboren anbieten. Im ständigen Austausch mit Ärzten und Professoren zählt neben einigen kleineren Forschungseinrichtungen auch die Universität Dubai zu Ortners Kunden. Neben der Sorge vor übertragbaren Krankheitserregern, wird in arabischen Ländern aus religiösen Gründen nicht mit Schweineaugen gearbeitet. Hauptkunden von eyecre.at sind jedoch Pharmaunternehmen, die Kunstaugen für Studien, Markteinführungen und Produktpräsentationen benötigen.

Nachfrage nimmt laufend zu

Den weltweit operierenden Augenärzten soll mit modernsten Techniken eine ständige Weiterbildung ermöglicht werden. Vor allem in der Augenheilkunde werden Operationen immer komplexer und die Anforderungen steigen. Die Schulungen dieser meist detailreichen und kleinteiligen Tätigkeiten sind inzwischen fast unumgänglich. Daher wächst auch die Nachfrage an Schulungsmaterialien immer rasanter.

“Unsere Anforderung ist immer, dass sich Ärzte so verhalten als würde eine richtige Operation stattfinden. Leider muss man die Ärzte auf gewisse Dinge aufmerksam machen, da sich beispielweise das Silikon des Kunstauges nicht genauso anfühlt wie menschliches Gewebe und man daher ein bisschen vorsichtiger sein muss”, erklärt Ortner. Es sei nicht ganz realistisch und es gehe auch nie darum das gesamte menschliche Auge zu imitieren, sondern nur die Bereiche zu simulieren, in denen die entsprechende Operation stattfindet.

Die Produktion einer Einheit, die im Moment zwölf Stück Augen beinhaltet, ist sehr aufwendig, dauert unheimlich lange und wirkt sich dementsprechend auf die Kosten aus. 3D-Drucker und Spritzgussteile erleichtern die Arbeit nur marginal, der größte Teil der Herstellung wird in Handarbeit erledigt. „Mein zukünftiges Ziel ist, den Aufbau des Auges so zu vereinfachen, dass man es zwar in Tirol fertigen kann, aber nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nimmt. Derzeit lagern wir einige Sachen aus, aber es wäre toll, das mit eigenen Maschinen zu machen“, so Ortner.

»Weitere Informationen: www.eyecre.at

In der Ophthalmologie ist die Operation der Intraokularlinsen eine der häufigsten weltweit. Dabei wird die natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche ersetzt. Hier die Simulation am Kunstauge.

In der Ophthalmologie ist die Operation der Intraokularlinsen eine der häufigsten weltweit. Dabei wird die natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche ersetzt. Hier die Simulation am Kunstauge. Foto: eyecre.at

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