Weltfrauentag: Heimische Unternehmerinnen am Vormarsch

Anlässlich des 106. Internationalen Frauentages am 8. März 2017 fordert Frau in der Wirtschaft (FiW) einmal mehr Vorkehrungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mehr Kinderbetreuungsplätze und flexiblere Arbeitszeiten.

„Tirol ist ein Land der Gründerinnen“, freut sich Martina Entner, FiW-Landesvorsitzende Tirol, über die 1.227 neuen Tiroler Unternehmerinnen, die im Jahr 2016 den Sprung in die Selbständigkeit gewagt haben. Statistisch gesehen wird in Tirol jedes zweite Unternehmen von einer Frau gegründet. „Frauen leben eine beeindruckende Rollenvielfalt: Egal ob als Unternehmerin oder als Managerin, Frauen haben den berühmten Rundumblick, sind gut ausgebildet und mit Ausdauer und Leidenschaft am Werk. Wichtige Voraussetzungen für unternehmerischen Erfolg sind der Mut, neue Wege zu gehen, und die Konsequenz, diese zu verfolgen.“

Die Gründungsstatistik 2016 zeigt deutlich, dass mit einem Anteil von 53,6 Prozent Tirols Gründerinnen Herrinnen der Lage sind und Mut zum Risiko zeigen: „Die Motive für den Wunsch nach Selbständigkeit sind hier vielfältig: 73 Prozent träumen davon flexibler in der Zeit- und Lebensgestaltung zu sein, 63 Prozent wollen ihre eigene Chefin sein und 57 Prozent wünschen sich eine neue Berufsperspektive“, so Entner.

Ein Unternehmen zu gründen ist Chance und Risiko zugleich. In Tirol gibt es derzeit insgesamt 12.304 Unternehmerinnen. Vor allem in den Bezirken Kitzbühel, Lienz und Reutte sind die Unternehmerinnen stark vertreten und ihr Anteil liegt über dem Tirol Schnitt. Was die verschiedenen Sparten anbelangt, verzeichnet das Gewerbe und Handwerk mit 6.639 die meisten Unternehmerinnen Tirols. Der zweithöchste Anteil entfällt auf Tourismus und Freizeitwirtschaft mit 2.517 Unternehmerinnen, gefolgt vom Handel mit 2.669. „Die ermittelte Lebensdauer von neu gegründeten Unternehmen ist insgesamt hoch: nach drei Jahren bestehen noch acht von zehn Unternehmen, nach fünf Jahren sind fast 68 Prozent der Unternehmen am Markt tätig, nach sieben Jahren sind es noch starke 60 Prozent.“

Kompetenz und Leistungsbereitschaft

Österreichs Frauen setzen sich mit Kompetenz sowie einer ausgeprägten Leistungsbereitschaft durch und stehen fest im Berufsleben: Die Anzahl der weiblichen Erwerbstätigen ist von 1994 bis heute um ein Viertel in die Höhe gegangen und ist mit einer Frauenerwerbsquote von 70,9 Prozent deutlich über dem EU-Schnitt. Auch die Steuerleistung der Frauen ist im letzten Jahr österreichweit um eine halbe Milliarde Euro gestiegen.

„Nur knapp 16 Prozent der Aufsichtsrätinnen in Tirol sind weiblich, das könnten weit mehr sein“, so Entner. Das größte Problem sei nach wie vor die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Wir brauchen endlich die passenden Rahmenbedingungen, die es Eltern, insbesondere Müttern, möglich machen, einen modernen Alltag gut zu bewältigen – also Beruf und Kinder zu vereinbaren”, bekräftigt Landesvorsitzende Martina Entner. „Vor allem der Ausbau flexibler, qualitativ hochwertiger und leistbarer Kinderbetreuungsplätze und die Möglichkeit für flexiblere Arbeitszeiten sind aus unserer Sicht ein absolutes „Muss“, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen,“ betont Entner abschließend. „Mit zahlreichen Funktionärinnen und erfolgreichen Unternehmerinnen ist Frau in der Wirtschaft in allen Bezirken Tirols flächendeckend vertreten. Durch diese dezentrale Organisationsstruktur werden die Anliegen der selbstständigen Frauen an Entscheidungsträgerinnen in Wirtschaft und Politik herangetragen.“

Spitzenfunktionärinnen in der Wirtschaftskammer Tirol

“Auf die Kompetenz der Frauen in der Unternehmerinnnen- und Unternehmervertretung setzt die Wirtschaftskammer Tirol schon lange und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein”, wie WK-Präsident Jürgen Bodenseer betont: Die beiden Vizepräsidentinnen Barbara M. Thaler und Martina Entner gehören gemeinsam mit Oswald Mayr und Martin Felder zum Team der Spitzenfunktionäre in der Wirtschaftskammer Tirol. Mit Direktorin Evelyn Geiger-Anker steht auch in der Kammerführung eine Frau an der Spitze.

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