Minus zur Halbzeit: Alles richtig gemacht?

Die Halbzeit-Analys der Wintersaison zeigt für die Monate November bis Jänner ein sattes Nächtigungsminus von -3,7 Prozent. Für WK-Präsident Jürgen Bodenseer stellt sich die Frage: “Wurde im Marketing alles richtig gemacht?”

In den ersten drei Monaten der Wintersaison gingen die Übernachtungen um 400.000 auf 10,7 Millionen zurück. Ein dickes Minus gibt es auch bei den Ankünften (-3,8 Prozent). Zwar bilanzierte der winterlich-kalte Jänner mit plus 2 Prozent erfreulich, der fehlende Schnee zum Beginn des Winters hat jedoch schon vor Weihnachten ein unaufholbares Minus in die Statistik gerissen.

Auf’s richtige Pferd gesetzt?

„Unser Angebot hat sich im Vergleich zum Vorjahr sicher nicht verschlechtert. Ganz im Gegensatz zu Ankünften aus unseren wichtigsten Märkten“, so Bodenseer in Abstimmung mit Spartenobmann Franz Hörl und mit Hinweis auf die deutlichen Rückgänge z.B. aus Deutschland (-4,5 Prozent), den Niederlanden (-6,0 Prozent), Österreich (-4,3 Prozent), England (-3,3 Prozent) usw. „Da muss man sich ehrlicherweise schon die Frage stellen, ob in der Bewerbung alles richtiggemacht wurde.“ Insbesondere die Nachbarländer würden das Rückgrat des Tiroler Tourismus bilden, so der Wirtschaftskammerpräsident. Bisher habe man in diesen Märkten immer mit den Themen Sicherheit und schnelle Erreichbarkeit punkten können.

Bodenseer ist zudem schon lange ein Verfechter des Ganzjahrestourismus in Tirol und hat sich bei vielen Gelegenheiten für die Forcierung von regionalen Kooperationen zwischen Hotellerie, Gastronomie und Landwirtschaft ausgesprochen. „Wir haben Unternehmer im Land, die hier mit ganz innovativen und erfolgreichen Konzepten vorausgehen und erfolgreich sind. Von Seiten des Marketings spüre ich aber auch hier einfach zu wenig Aktion und Rückenwind. Wenn die Herausforderungen größer werden, dann müssen wir darauf auch die entsprechenden Antworten finden.“

Ostern nach Ende der Wintersaison

Tirol-Werber Josef Margreiter bestätigt, dass man bereits zu Beginn der Saison nicht damit gerechnet habe, an den Erfolg des Rekordwinters 2015/2016 anschließen zu können: „Die Weihnachtsferien haben später begonnen, ein Großteil der Feiertage ist auf ein Wochenende und der Samstag als traditioneller Anreisetag auf den 24. Dezember gefallen.” Viele Gäste seien daher später in den Urlaub gekommen, so Margreiter.

Für die Monate Februar bis April geben sich Tirols Touristiker verhalten. Aufgrund sich überschneidender Ferientermine in verschiedenen Herkunftsmärkten sowie dem späten Ostertermin ist an ein Aufholen zu den Vorjahreswerten nicht mehr zu denken. Vor allem tiefergelegene Skigebiete werden die Wintersaison daher schon vor Ostern beenden.

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