Auf ewig

KOMMENTAR

Es ist schon seltsam: Die Politik schafft es zwar nicht, einfache To-do-Listen abzuhaken – plant aber auf 100 Jahre.

 

Es passieren schon skurrile Sachen bei euch. Oft sind Politik und Behörden nicht in der Lage, einfachste Dinge in halbwegs vertretbaren Zeiträumen zu regeln. Seit zehn Jahren wird beispielsweise um die kalte Progression herumgeeiert – und der Staat zockt mit diesem billigen Trick immer noch fleißig ab.

Doch dann passiert das genaue Gegenteil: Euer Neustart-Neustart-Kanzler stellt sich in seinem tadellosen Designeranzug hin und verkündet seinen Plan A für die nächsten zehn Jahre. Ob dann seine Partei noch regiert, weiß kein Mensch. Klüger wäre es, eine Liste vorzulegen, was im heurigen Jahr abzuhaken ist.

Aber das ist alles nichts im Vergleich zu den Staatsschulden. Eure Bundesfinanzierungsagentur hat kürzlich eine Premiere hingelegt und Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 70 Jahren ausgegeben. Die Agentur hofft auf eine Gesetzesänderung, die zukünftig Laufzeiten bis zu 100 Jahren erlauben wird.

Ich weiß schon: Es geht darum, sich das niedrige Zinsniveau zu sichern. Aber wären gar keine Kredite nicht besser als welche mit noch so wenig Zinsen? Wie weltfremd muss man sein, um Zeiträume von 100 Jahren für planbar zu halten? Sollen eure Kindes-Kindes-Kinder tatsächlich immer noch für das zahlen, was ihr heute ausgebt? Was würdet ihr sagen, wenn jetzt gerade die Staatsanleihen von 1917 fällig werden würden?

Bei uns Raben würde man jedenfalls solche Typen in die Wüste schicken. Für mindestens 100 Jahre, meint

Der Rabe


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

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