Sozialminister?

KOMMENTAR

Wer am Ast der Leistungsträger sägt, gefährdet das gesamte Sozialsystem. Und das ist alles andere als sozial.

 

Nicht alles, was sozial genannt wird, ist es auch.

Eine der heikelsten Aufgaben in einer Gesellschaft ist es, das Zusammenleben fair zu gestalten. Ihr leistet euch dafür eines der weltweit dichtesten (und teuersten) sozialen Netze. In keinem anderen Land wird so kräftig umverteilt wie hier. Das ist nichts Schlechtes – solange nicht übertrieben wird.

Denn es ist wie bei uns Raben: Wir sind allesamt fleißige und umtriebige Tierchen – aber wenn sich das, was wir tun, nicht mehr lohnt, dann lassen wir es halt. Manche eurer gut gemeinten Regelungen kommen dieser Grenze gefährlich nahe: Wenn der Nachbar mit Sozialleistungen und ein bisschen Pfusch mehr verdient als einer, der jeden Tag um halb Sieben aufsteht und zur Arbeit geht, hört sich die Motivation auf.

Für all diese Fragen gibt es den Sozialminister. Er hält die soziale Waage in der Hand und sollte darauf achten, dass das Gleichgewicht stimmt. Aber euer Herr Minister steht ständig auf der Bremse und blockt vernünftige Regelungen für Arbeitslose, eine einheitliche Mindestsicherung oder flexiblere Arbeitszeiten ab. Und dann verlangt er noch, dass die Leute (bei gleichem Lohn!) weniger arbeiten und mehr Urlaub fahren sollen. Woher sollen die Betriebe das Geld dafür nehmen? Diese Retro-Gesinnung bringt das soziale Gefüge ins Wanken und gefährdet das ganze System. Das ist alles andere als sozial und hinterlässt in Bezug auf den Herrn Minister viele Fragezeichen, meint

Der Rabe


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

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