Kalte Progression: Schluss mit den Tricksereien

Die Bundesregierung will endlich die kalte Progression abschaffen. Doch sie bedient sich dabei eines weiteren Steuertricks, der ihr Zusatzeinnahmen in der Höhe von 1,8 Milliarden Euro verschafft. „Es reicht!“, ärgert sich WK-Präsident Jürgen Bodenseer, „diese unsäglich zerstrittene Koalition sollte zumindest einmal eine saubere, einfache Lösung umsetzen und die kalte Progression ohne Wenn und Aber streichen.“

Die so genannte kalte Progression ist ein Steuertrick, der dem Staat zusätzliche Einnahmen verschafft – die ihm nicht zustehen. Diese Steuer entsteht, indem die Steuerstufen nicht an die Inflation angepasst werden – und zwar nicht zufällig, sondern in voller Absicht, um die Steuereinnahmen künstlich zu erhöhen. Nun haben nach ewigem Hin und Her beide Regierungsparteien versprochen, die kalte Progression abzuschaffen. Damit wäre eigentlich alles erledigt – aber wir sind in Österreich. „Es braucht im Grunde nur einen einzigen, banalen Satz im Einkommensteuergesetz: Die Stufen im Einkommensteuertarif sind jeweils zu Jahresbeginn um die Höhe der Inflation anzuheben. Und schon wäre Schluss mit dieser versteckten Inflationsbesteuerung“, erklärt Jürgen Bodenseer.

 Nettoeinkommen unfairerweise reduziert

Doch die Regierungsparteien versuchen, die Aufhebung des Steuertricks mit einem weiteren Steuertrick zu versehen. Die Anpassung soll erst erfolgen, wenn fünf Prozent Inflation zusammengekommen sind. „Das ist irgendwann im Jahr 2020 – und bis dorthin nimmt der Finanzminister rund 1,8 Milliarden Euro ein, die den Steuerzahlern gehören und ihr Nettoeinkommen unfairerweise reduzieren“, so der WK-Präsident. „Es muss Schluss mit Tricksereien sein: Weg mit der kalten Progression – und zwar ohne Wenn und Aber. Geld, das dem Staat nicht zusteht, soll dieser auch nicht bekommen!“ fordert Bodenseer.

» Mehr zu diesem Thema in folgendem Interview mit Finanzminister Hans Jörg Schelling und WK-Präsident Jürgen Bodenseer:

 

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!