Gewerbe und Handwerk: Große Erwartungen an das neue Jahr

Ein leichtes Plus in den ersten drei Quartalen 2016, die Geschäftslage gut, jedoch auch ein kleines Minus in konsumnahen Branchen: Der Motor im Tiroler Gewerbe und Handwerk läuft deutlich besser als im Österreichschnitt.

Am Ende hat es doch für ein kleines Plus gereicht: 0,3 Prozent beträgt die Umsatzsteigerung im Tiroler Gewerbe und Handwerk in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016. Auf den ersten Blick nur ein bescheidener Erfolg, auch weil die Zuwächse im Handel und im Dienstleistungssektor größer waren. Unter gegebenen Umständen jedoch ein respektables Ergebnis, standen doch die Zeichen zu Jahresbeginn 2016 wenig optimistisch: In Summe überwogen die Betriebe mit negativen Erwartungen, wenn auch nur marginal. Ungewisse wirtschaftliche Prognosen, der lange Kampf um die Verlängerung des Handwerkerbonus, Bürokratie und fehlender Nachwuchs machten den Betrieben zu schaffen. Schwierige Rahmenbedingungen, die zumindest auf Bundesebene ihre Spuren hinterließen: Österreichweit ergibt sich nach den ersten drei Quartalen 2016 ein deutliches Minus von 1,1 Prozent.

Gewerbebetriebe zeigen sich optimistisch

Es läuft gar nicht so schlecht in Tirol, findet auch Georg Steixner. Der Spartenobmann warnt jedoch vor schneller Euphorie: „Unter den gegebenen Umständen bin ich mit dem kleinen Plus sehr zufrieden. Die Stimmung hat sich in Tirol übers Jahr konstant aufgehellt, die Geschäftslage gegen Ende 2016 hat sich stabilisiert. Und auch jetzt zeigt sich, dass die Betriebe optimistisch für die kommenden Monate sind“, freut sich der Obmann und ergänzt: „Dazu beigetragen haben sicherlich die Verlängerung des Handwerkerbonus, die Schwellenwertverordnung, die eine oder andere steuerliche Maßnahme sowie die zuletzt vermehrt getätigten Bekenntnisse zur Wirtschaft und dem Unternehmertum.“

Keine nachhaltige Erholung

Ein genauer Blick auf die aktuelle Geschäftslage zeigt viel Licht, aber auch etwas Schatten. Zwar beurteilen diese über ein Viertel der Betriebe als gut, doch gerade in den konsumnahen Branchen ist die Situation alles andere als sorgenfrei. Es überwiegen zwar die Betriebe mit Umsatzsteigerungen um 8 Prozent (Österreich: Betriebe mit Umsatzrückgängen überwiegen um 5 Prozent), die Situation ist aber schlechter als im Vorjahr. „Die Zahl an Betrieben mit Umsatzrückgängen hat deutlich zugenommen. Die Steuerreform hat also nicht überall die erhofften Effekte gebracht. Positiv ist, dass in den investitionsgüternahen Branchen die Aufträge um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen sind“, so Steixner. Dass in Tirol die Lage besser sei als im Bundesdurchschnitt, hänge laut Steixner an der kleineren Betriebsstruktur, dem hohen Anteil familiengeführter Betriebe und der damit einhergehenden Flexibilität bei der Auftragsbewältigung.

Weichen für die Zukunft stellen

Für die kommenden Monate zeigt sich das Tiroler Gewerbe und Handwerk optimistisch, auch wenn sich die Erwartungshaltung gegenüber dem 3. Quartal 2016 wieder leicht verschlechtert hat. Steixner warnt deshalb vor übertriebenem Optimismus: „Wir starten einigermaßen zufriedenstellend ins neue Jahr, eine nachhaltige Erholung ist das jedoch noch nicht. Jetzt heißt es daher, alles zu unternehmen, damit sich die Lage weiter verbesssert. Dazu gehört auch, dass die Weichen für die Zukunft gestellt werden und investiert wird. Ich kann nur jedem Unternehmen raten, die Investitionszuwachsprämie zu nutzen.“

Im 4. Quartal 2016 war für 90 Prozent der Betriebe die Geschäftslage „gut“ oder zumindest „saisonüblich.“

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