Stabiler Wachstumskurs für Tiroler Wirtschaft 2017

Trotz schwierigem Umfeld gehen die Tiroler Betriebe positiv wie schon lange nicht mehr ins neue Jahr. Der Geschäftsklimawert liegt mit 44 Prozentpunkten um ganze zehn Prozentpunkte über dem Wert vom Vorjahr, wie das TOP Tirol Konjunkturbarometer zeigt.

Insgesamt konnte sich die Tiroler Wirtschaft im Jahr 2016 erfolgreich von der mäßigen Wachstumsentwicklung und schwierigen Arbeitsmarktsituation Österreichs abkoppeln. Am Wachstum in den nächsten Jahren wird sich laut WK-Präsident Jürgen Bodenseer wenig ändern, „aber wir können dennoch Ausblick auf ein sehr gutes Jahr 2017 nehmen“.

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Geschäftsklimawert 2017. Grafik: WKT

Verbesserungen der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen

„Das aktuelle Wachstum ist zu gering, um eine Entlastung am Arbeitsmarkt zu bewirken“, so Präsident Bodenseer weiter. Um die Wirtschaft auch 2017 auf Wachstumskurs zu halten, wäre insbesondere eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erforderlich, wie Bodenseer betont. Mit einer Reduktion der Körperschaftsteuer von 25 % auf 20 % könnten die Kosten des Produktionsstandortes Österreich deutlich gesenkt werden. Durch die Abschaffung der Kalten Progression würde zudem die Kaufkraft gestärkt werden.

Groben Handlungsbedarf ortet Bodenseer auch einmal mehr bei der Arbeitszeit. Die längst notwendige Flexibilisieurng könne mit der „10-12-60-2“ Formel umgesetzt werden: 10 Stunden tägliche Normalarbeitszeit; 12 Stunden tägliche Höchstarbeitszeit; 60 Stunden Höchstarbeitszeit pro Woche; Durchrechnungszeitraum 2 Jahre.

Doch damit nicht genug der Baustellen: Um die Fachkräfte nachhaltig für die Tiroler Wirtschaft zu sichern, sollen Berufe wie Köche, Spengler oder Schweißer auf die Mangelberufsliste. Zudem sollen Asylwerber (mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit) nach 6 Monaten beschäftigt werden dürfen, um die Integration zu beschleunigen und das Fachkräftepotenzial zu nutzen.

Sehen Sie dazu auch unser Video:

Gute Wirtschaftslage, volle Auftragsbücher

Die aktuelle Wirtschaftslage wird von 53 % der Tiroler Leitbetriebe als gut bewertet; nur 2 % (!) sind mit der wirtschaftlichen Lage ihres Betriebes unzufrieden. „Hand in Hand“ mit der guten Wirtschaftslage wird auch die aktuelle Auftrags- bzw. Buchungslage bewertet: 39 % berichten von einer guten Auftragslage; nur 4 % sind unzufrieden. Zum Vergleich: Zum Jahreswechsel 2015/2016 meldeten 31 % der Betriebe eine gute Auftragslage.

„2017 gibt durchaus Anlass für Optimismus. Das extrem Positive ist, dass der Aufschwung in allen Branchen angekommen ist“, berichtet der Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Tirol und Autor des TOP Tirol Konjunkturbarometers, Stefan Garbislander.

Wachstum 2017 wird leicht zurückgehen

„2016 ist Tirols Wirtschaft real um beachtliche 2,0 % gewachsen. Zum Vergleich: Das Wachstum in Österreich betrug rund 1,5 %“, zieht WK-Präsident Bodenseer Bilanz. Hauptverantwortlich hierfür waren die robuste Entwicklung im Produktionssektor (insbesondere die hohen Zuwächse der Tiroler Exportwirtschaft), aber auch die starke Performance des Dienstleistungssektors. Aller Voraussicht dürfte 2017 das relativ hohe Wachstumsniveau des Jahres 2016 nicht gehalten werden können. Bodenseer und Garbislander rechnen real mit einem Rückgang auf +1,8 Prozent.

Weiters zunehmen dürfte hingegen die Zahl der Beschäftigten: “Im Jahresdurchschnitt werden im neuen Jahr rund 329.000 Menschen unselbstständig beschäftigt sein“, hat der WK-Präsident noch eine weitere gute Nachricht für den Standort. Keine Auswirkung wird das jedoch auf die Arbeitslosenzahl haben. Diese wird infolge von genehmigten Asylverfahren und dem damit steigenden Arbeitskräfteangebot weiterhin bei ca. 6,5 Prozent verharren.

» Alle Details zum TOP Tirol Konjunkturbarometer 2017

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