No waste of time: Digitalisierung in der Entsorgungswirtschaft

Überall ist von Digitaler Revolution die Rede: Big Data, Transformation und Industrie 4.0 sind nur die gebräuchlichsten Schlagwörter. Heißt: Es werden unzählige Daten erfasst und miteinander verknüpft. Auch vor der Abfallwirtschaft macht die Digitalisierung nicht halt. Die „Waste Cloud“ ist eine Datenaustauschplattform für die Entsorgung.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Harald Höpperger, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Resourcenmanagement, wie ändern sich die Kundenanforderungen in Bezug auf fortschreitende Digitalisierung?

Harald Höpperger: Die Haushalte und Bürger sind zunehmend digitalisiert. Jeder hat ein Smartphone und es ist selbstverständlich, darüber Informationen und Erinnerungen über Müll-Entleerungen und Positionen von Sammelinseln zu bekommen oder abfragen zu können. Wir haben uns von einer Entsorgungswirtschaft zu einer Ressourcenwirtschaft entwickelt, die weggeworfene Altstoffe zu Wertstoffen umwandelt.

Was ist die Folge?

Unternehmen stellen zur Verringerung des personellen Aufwands zur Erfassung von Belegen zunehmend auf elektronische Rechnungsbelege bzw. Rechnungseingang um und möchten die Belege elektronisch zugestellt bekommen. Gemeinden und Verbände möchten die Entleerung der Altstoffsammelzentren immer mehr auf Anfrage und nicht in regelmäßigen Entleerungsintervallen. Verwerter und andere Entsorgungsbetriebe möchten die Informationen über das Material, das überbracht wird, nicht mehr per Post oder handschriftlichen Vermerk, sondern möglichst zeitnahe, um eventuelle Schwierigkeiten gleich besprechen zu können.

Die Lösung: Waste Cloud.

Die Waste Cloud ist quasi ein elektronischer Lieferschein und ermöglicht Daten automatisiert in einheitlicher Form auszutauschen. Sie bietet allen Unternehmern die Möglichkeit, Informationen zu einem Materialtransport mit einem einheitlichen Format auszutauschen. Die entsprechenden Daten werden an die Waste Cloud gesendet und die Plattform kümmert sich darum, dass alle am Transport beteiligten Unternehmen die für sie relevanten Informationen in der gewünschten Art und Weise (als Download, per Web-Service oder auch per Mail) zur Verfügung gestellt bekommen.

Wie funktioniert die Waste Cloud aus praktischer Sicht?

Der Übergeber erfasst die erforderlichen Lieferscheindaten in seinem ERP-System und übermittelt diese an die Waste Cloud. Der Transporteur kann gegebenenfalls Zusatzinformationen wie Abhol- und Liefertermine eintragen und diese über die Waste Cloud dem Übergeber bzw. dem Übernehmer zur Verfügung stellen. Änderungen von Lieferscheindaten (Materialqualität, Wiegegewicht, usw.) werden ebenfalls über die Waste Cloud ausgetauscht. So wird versucht Inkonsistenzen bei der Abfallbilanz zu vermeiden. Differenzen bei Meldungen werden frühzeitig erkannt und bringen eine erhebliche Zeitersparnis.

Was wird in der Abfallwirtschaft bezüglich Digitalisierung künftig noch alles auf uns zukommen?

Wenn wir der Phantasie ein wenig freien Lauf lassen, sind hier einige Dinge denkbar. Zum Beispiel Entsorgung on Demand: Behälter melden ihre Füllstände an den beauftragten Entsorger und bei der nächsten Entleerungsfahrt wird die Entleerung durchgeführt. Oder selbst fahrende Behälter: Hausmülltonnen fahren an den Entleerungstagen selbsttätig zu den Entleerungsplätzen. Denkbar ist hier vieles.

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Harald Höpperger ist ein Pionier in der digitalen Abfallwirtschaft. Foto: WKT

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