Der Wein-Jahrgang 2016 wird klein aber fein

200.000.000 Liter Wein wurden heuer in Österreich geerntet. Ein Rückgang von 15 Prozent, verursacht durch die Wetterkapriolen im Frühjahr. Alexander Gottardi, Sprecher des Tiroler Weinhandels, weiß, was auf die Tiroler Weinliebhaber zukommt.

Weinliebhaber wissen es längst: Die Qualität des Jahrgangs 2016 wird ausgezeichnet sein, geprägt von einer besonders feinfruchtigen Aromatik und frischer Säure.

Bis dorthin war es allerdings ein langer und für die Winzer beschwerlicher Weg. In der Steiermark und im Burgenland waren aufgrund des Spätfrostes Ende April Ernteausfälle von bis zu 80 Prozent zu beklagen. Ganz anders die Situation in Niederösterreich: Dort fiel der Ertrag wiederum überdurchschnittlich aus. Dies ließ die Trauben- und Fassweinpreise vor allem beim Grünen Veltliner in ungeahnte Höhen schnellen und veranlasste das Landwirtschaftsministerium, die Hektarhöchstertragsmenge landesweit um 20 Prozent anzuheben, um die Versorgung des Marktes einigermaßen sicherzustellen.

„Das große Problem dabei ist die Preissituation”, weiß der Weinhändler, Winzer und Sprecher des Tiroler Weinhandels Alexander Gottardi. Einige Winzer haben unmittelbar nach den Frösten im April die schon versprochenen Zuteilungen des Jahrgangs 2015 an ihre Händler gekürzt und haben begonnen die Preise empfindlich anzuheben. „Der Weinhandel, der zu diesem Zeitpunkt die neuen Preislisten gerade aus dem Druck erhalten hat, konnte sortimentsmäßig wie auch preislich nicht mehr reagieren und muss nun entsprechend reduzierte Spannen in Kauf nehmen.”

Die Liebhaber österreichischer Weine trifft es leider ebenso. „Die Preiserhöhung bewirkte auch, dass einige Weine, die früher noch im glasweisen Ausschank für Umsatz in der Gastronomie sorgten, aus diesem Segment ausschieden und durch andere – auch ausländische – Regionen ersetzt wurden”, erklärt Gottardi. Eine Steuerung der Nachfrage über den Preis macht laut dem Tiroler Weinhändler durchaus Sinn, wenn die Produzenten bereit sind, bei entsprechend anderen Wetter- und Erntesituationen die Preise wieder zu senken. „Dies ist aber in den letzten Jahren nicht passiert, was das Vertrauen der Weintrinker natürlich trübte.”

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