Klares Ja zu Meister- und Befähigungsprüfungen

Im Rahmen der aktuellen “Konsumentenbefragung” von WK und TT sprechen sich acht von zehn Tirolerinnen und Tirolern gegen die Abschaffung von Meister- und Befähigungsprüfungen aus.

In den vergangen Monaten wurde heftig über die sogenannte Gewerbeordnung diskutiert – sie regelt unter anderem welche Voraussetzungen in Österreich für das Gründen und Führen eines Gewerbebetriebes erforderlich sind.

Im Zuge der politischen Debatte stand auch die Abschaffung von Meister- und Befähigungsprüfungen im Raum, womit das Ausüben von Gewerben wie zum Beispiel Tischler oder Bäcker ohne Nachweis einer Befähigung zulässig gewesen wäre. “Diese radikale Idee wurde in der Novelle der Gewerbeordnung schlussendlich nicht umgesetzt – Gott sei Dank, muss man sagen”, stellt Georg Steixner, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WK Tirol, mit Blick auf Deutschland fest.

Negativ-Beispiel Deutschland

Bei unseren nördlichen Nachbarn zeigt sich nämlich, dass eine Gewerbeliberalisierung viel Schaden anrichten kann. Im Jahr 2004  wurden in Deutschland von 92 Handwerksberufen 51 Berufe „freigestellt“ und die Handwerksordnung weist seither nur mehr 41 Handwerke mit Meisterprüfung oder Altgesellenqualifikation auf. Inzwischen gestehen selbst die damaligen Initiatoren und Verfechter dieser Reform, dass sie ein Fehler war. So gab es anfangs eine große Zahl an neuen Anmeldungen in „freigestellten“ Gewerben, zumeist als EPU. Nach wenigen Jahren blieben davon nur 40 Prozent über und die Lehrlingszahl ist in diesen freigegeben Branchen um 50 Prozent zurückgegangen. Weiters ergaben deutsche Studien, dass die hohe Anzahl unqualifizierter Anbieter zu einem starken Anstieg von Mängeln und Bauschäden geführt hat.

„Die Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch Qualitätsverlust und fehlenden Nachwuchs. Wir können froh sein, dass unser bewährtes österreichisches System mit qualifiziertem Berufszugang auch nach der Novelle der Gewerbeordnung erhalten geblieben ist”, so Steixner.

Für Qualität und Qualifizierung

Das sieht auch die Tiroler Bevölkerung so: Wie die aktuellen Konsumentenbefragung – eine gemeinsame Erhebung der WK Tirol und der Tiroler Tageszeitung – zeigt, ist der überwiegenden Mehrheit der Tirolerinnen und Tiroler ein Befähigungsnachweis wichtig. Mehr als 80 Prozent sprechen sich gegen die Abschaffung von Meisterprüfungen oder Befähigungsprüfungen und damit für hohe Qualitätsstandards in der Wirtschaft aus. “Ein klares Votum für Qualität und Qualifizierung und gegen rücksichtslose Liberalisierung”, freut sich Steixner.

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