A1-Chefin Schramböck: “Wir haben nichts zu verlieren”

Margarete Schramböck, Neo-Chefin von A1 und gebürtige Tirolerin, sprach mit wirtschaft.tirol über Frauen in Führungspositionen, Kinderbetreuung, Heimatgefühl und dem viel diskutierten Fachkräftemangel in der IT-Branche.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Goldrichtig“ hat Frau in der Wirtschaft Ende November wieder eine richtige Powerfrau und eine sehr erfolgreiche Unternehmerin auf die Bühne im Casino Innsbruck geholt: Margarete Schramböck. Die gebürtige St. Johannerin ist seit Mai 2016 an der Führungsspitze des Telekommunikationsriesen A1.

Chancen nutzen

Die Wahl-Wienerin studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität in Wien und wurde mit jungen 26 Jahren Chefin einer technischen Abteilung von Alcatel mit mehreren hundert Mitarbeitern. „Man darf oft nicht lange überlegen, sondern muss sich einfach trauen. Mein Chef ist auf mich zugekommen und hat mir diese technische Abteilung und den Vertrieb zugetraut. Wenn wir die Chance bekommen, sich auch mal auf das Gespür und das Vertrauen anderer verlassen. Wir haben nichts zu verlieren“, so Schramböck.

Das technische Verständnis wurde ihr nicht in die Wiege gelegt, sie habe sich immer die besten Experten im jeweiligen Fach geholt, so die Tirolerin: „In der IT-Branche sind Frauen in Führungspositionen nicht so selten, wie man glaubt: Microsoft, IBM, Xerox, HP, Die Lotterien und A1 werden alle von Frauen geleitet. In Österreich bin ich hier nicht allein auf weiter Flur. Bei der Fachexpertise unterscheiden sich Frauen und Männer nicht. Wichtig wäre nur, dass sich mehr Frauen in die IT-Branche trauen. Vor allem im Marketing und Vertrieb sind im Technikbereich noch viel zu wenig Kolleginnen. Der IT Bereich sollte schon in Kindergärten und Schulen attraktiv gemacht werden.“

Am Boden bleiben

In den letzten Jahren hatte sie diverse Management-Positionen inne. Heute ist sie CEO von A1 und Chefin von mehr als 8.300 Mitarbeitern. A1 zählt zu den Telekommunikationsriesen in Österreich mit 5,5 Millionen Mobilfunkkunden und 2,3 Millionen Festnetzkunden. „Am Anfang habe ich 50 Mails pro Stunde bekommen, das hat mich fast erschlagen. Ich lese alles selbst, auch Beschwerde-Mails, denn besonders wichtig ist mir das Feedback unserer Kunden. Wir dürfen den Blick von außen nach innen nicht vergessen. Trotz ihres steilen Karriereweges nach oben, war es der Naturliebhaberin immer wichtig, am Boden zu bleiben: „Wir dürfen uns selber nicht immer so wichtig nehmen. Ich übe nur eine Funktion aus – und diese ist zeitlich beschränkt. Das muss man einfach gut unterscheiden.“

In Bezug auf den Fachkräftemangel ist ihr auch die frühe Förderung von Kindern, Jugendlichen und Frauen in der Technik wichtig. So hat sie auch viele „high potentials“ in ihr Unternehmen geholt und fördert mit dem „A1 Start Up Campus“ junge Ideen und innovative Unternehmen.

Chancengleichheit leben

Schramböck liegt auch die Förderung von Frauen in Führungspositionen sehr am Herzen: „Eine Spitzenposition muss auch mit Kindern möglich sein. In meinem Unternehmen teilen sich zum Beispiel zwei Mütter einen Führungsposten. Das funktioniert wunderbar.“ Dies läge aber auch in der Verantwortung der Unternehmen. Für sogenannte Zwickeltage und bestimmte Ferienzeiten werden bei A1 „Flying Nannys“ für die Kinderbetreuung engagiert. Und fällt die Kinderbetreuung aus Krankheitsgründen oder ähnlichem mal aus, dann können die Kinder ohne weiteres mit ins Unternehmen gebracht werden. „Wir als Firma haben die Pflicht richtige Rahmenbedingungen zu schaffen und für Gleichstellung und Chancengleichheit zu sorgen.“ Eine gewisse Vorreiterrolle spielte hier schon die Mutter von Schramböck, die selbst auch immer berufstätig war. „Meine Eltern haben immer gesagt: Du hast alle Möglichkeiten, mach was du möchtest. Für diese Chance bin ich sehr dankbar.“

Zu Tirol fühlt sich Margarete Schramböck immer noch tief verwurzelt. „Wenn ich nach St. Johann fahre, sage ich immer noch: Ich fahre heim. Tirol ist immer noch Heimat für mich, denn hier entspringen meine Wurzeln. Die Gastlichkeit und auch das Direkte an Tirol schätze ich sehr und das begleitet mich stetig.

Bild oben: Goldrichtig-Marketingchefin des Casino Innsbruck, Carina Mauthner, A1-Chefin Margarete Schramböck und FiW-Geschäftsführerin Sabine Wiesflecker.

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