Welttourismustag: Tourismus braucht mehr barrierefreie Zugänge

Mehr als 120 Schüler und Lehrer aus den Tiroler Tourismusschulen sowie Interessierte aus der Region haben sich am Welttourismustag in der Tiroler Fachberufsschule für Tourismus und Handel in Landeck eingefunden.

Den einführenden Statements des Fachgruppenobmanns Mario Gerber, Josef Margreiter (Landestourismusdirektor und GF der Tirol Werbung) und Pfarrer Magnus Roth (Tiroler Tourismusseelsorger/Diözese Innsbruck) folgte eine Fülle an Beiträgen der geladenen Experten für Fragen der Barrierefreiheit.

Sandra Careccia berichtete in bewegender Weise über ihre Erfahrungen als Rollstuhlnutzerin: Verursacht durch einen Unfall hat sich ihr Leben von einer Minute auf die andere völlig verändert. Die Rede war auch von Schwierigkeiten in der Kommunikation: Was nützt es, dass ein Gastbetrieb barrierefrei gebaut ist, wenn diese Information nirgends zu finden ist? In aller Deutlichkeit wurde klar: Das Leben im Rollstuhl bedeutet nicht nur körperliche Veränderung, sondern beeinflusst auch gesellschaftliches Dasein – man fühlt sich schnell an den Rand gedrängt. Dazu braucht es nicht Mitleid, sondern Verständnis und gute Lösungen.

Tourismus braucht Konzepte für barrierefreie Urlaubsangebote

Kornelia Grundmann – ebenfalls Rollstuhlnutzerin, allerdings mit einer völlig anderen Lebensgeschichte – widmet sich in ihrer Arbeit genau diesen Fragen: Sie entwickelt mit ihren Kunden Konzepte für barrierefreie Urlaubsangebote – als Architektin vor allem hinsichtlich der Planung und Gestaltung von barrierefrei zugänglichen und nutzbaren Gebäuden.

Dabei hat sie unterschiedliche Bedürfnisse potenzieller Urlauber im Blick. Denn eingeschränkte Bewegungs-, Seh- und Hörfähigkeit ist auch ein Thema für Menschen im fortgeschrittenen Alter – und die Zahl der Gäste, die diesem Segment zuzurechnen sind, ist stetig steigend.

Handbuch für Hoteliers, Gastronomen und Touristiker

Grundmann hat nun mit Unterstützung der Wirtschaftskammer das Buch „Lust auf Barrierefreiheit – Das Handbuch für Hoteliers, Gastronomen und Touristiker herausgegeben. Auf 169 Seiten beschreibt sie wie stylisch barrierefreie Komforthotelzimmer seien können und auf welche kleinen aber feinen Details es wirklich ankommt. Grundmann ist sich sicher: „Wer heute nicht barrierefrei baut strapaziert nicht nur langfristig das Sozialwesen, sondern ist ignorant, verschließt die Augen und handelt nicht im Sinne der Nachhaltigkeit und verpasst somit auch den Megatrend.“

Mit gutem Beispiel voran gehen

Die Region Kaunertal ist ein schönes Beispiel dafür, dass Tiroler Touristiker dies bereits erkannt haben und ebenso kreative wie mutige Wege beschreiten: Der Unternehmensberater Florian Van der Bellen präsentierte einige dieser gelungenen Projekte, die auch bereits internationale Preise gewonnen haben. Ein gelungenes Modell, dass dennoch laufend weiterentwickelt wird, stellt die Webseite der Tirol Werbung dar: www.tirol.at/reisefuehrer/barrierefrei

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