Glücksgriff AufBauWerk: „Ich bin Kellnerin aus Leidenschaft“

Sie putzt die Tische, poliert und platziert das Besteck und bedient die Gäste. Seit 2011 arbeitet Barbara Larcher beim Mittagstisch „lunch & more“ am Innsbrucker Burggraben als Kellnerin. Ihren Job hat sie auf Vermittlung des “AufBauWerk“, eine vom Land Tirol unterstützte Einrichtung zur Förderung und Integrierung in die Arbeitswelt von Menschen mit Beeinträchtigung.

Bis sie beim Mittagstisch „lunch & more“ ihre Stelle angetreten hat, durchlief Larcher mehrere Praktika. „Ich war in mehreren Supermärkten, bei einem Floristen und habe als Malerin gearbeitet“, beschreibt sie ihre bisherige Berufslaufbahn. Im Jahr 2011 kam sie dann zum Mittagstisch „lunch & more“, der damals noch Mittagstisch „Meraner“ hieß.

Hilfe, wann immer sie nötig ist

Für sie sei diese Anstellung in jeglicher Hinsicht ein Glücksgriff gewesen, erzählt die junge Frau: „Der Job, die Kollegen, das Umfeld hier haben mich positiv verändert. Früher war ich extrem schüchtern, inzwischen besitze ich eine ordentliche Portion Selbstvertrauen.“ Dazu beigetragen habe auch, dass die anderen Mitarbeiter und die Chefs sie unterstützen und ihr helfen, wann immer aus auch nötig sei.

Barbara Larcher (l.) ist mit dem Arbeitsplatz und ihrem Chef Nagi Buyruk (r.) sehr zufrieden. - Foto: Mair

Barbara Larcher (l.) ist mit dem Arbeitsplatz und ihrem Chef Nagi Buyruk (r.) sehr zufrieden. – Foto: Mair

Nagi Buyruk war bereits vor fünf Jahren, als Larcher ihre Stelle angetreten hat, beim Mittagstisch „Meraner“ als Koch angestellt und hat den Gastronomiebetrieb inzwischen übernommen. „Mein damaliger Chef hat damit angefangen mit dem AufBauWerk zusammenzuarbeiten und Menschen mit Beeinträchtigung eine Ausbildungsstelle oder einen Job zu geben“, sagt Buyruk. Diese „soziale Komponente“, wie er es nennt, habe er sich als neuer Besitzer beibehalten. „Es geht darum, Menschen die weniger können noch mehr zu fördern.“

Kombination aus wirtschaftlichem und sozialem Effekt

Hinzu komme, gibt der Koch und Restaurantbesitzer zu, dass das Land Tirol die Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigung mit finanziellen Mitteln unterstützt. „Für mich als Jungunternehmer, das sollte man fairerweise sagen, ist diese Finanzspritze natürlich von Vorteil. Selbstverständlich ist es aber nicht nur das“, sagt er. Die Kombination aus dem wirtschaftlichen und sozialen Effekt mache diese Initiative so attraktiv.

„Das schönste an alldem ist, dass meine Angestellten vom AufBauWerk gerne hier bei mir sind, gerne für mich arbeiten und den Gästen gegenüber sehr freundlich sind“, zeigt Buyruk die weiteren Vorteile auf. „Sie sind froh, dass sie einen Job haben und ich, dass ich so gute Angestellte habe.“

„Werde wieder einstellen“

Zwar sei es manchmal schwieriger als mit den anderen Angestellten, „immerhin muss man Sachen öfters erklären, auch häufiger kontrollieren“, aber negative Erfahrung musste Buyruk nie machen. Er wisse nicht ob es bei jedem so sei, bei ihm funktioniere es aber perfekt. „Ich würde und werde auch wieder Praktikanten und Arbeiter auf Vermittlung des AufBauWerk einstellen.“

Dieses Vertrauen schlägt sich auch im Arbeitsklima nieder. Barbara Larcher macht ihren Job, wie sie immer wieder betont, sehr gern: „Ich bin Kellnerin aus Leidenschaft.“

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