Schwerpunkt Holzbau wird an HTL Imst eingerichtet

Grundsätzlich sind die Ausbildungsmöglichkeiten in den forst- und holzwirtschaftlichen Berufen in Tirol gut. Auf der einen Seite die fachberuflichen Ausbildungen, auf der anderen Seite der Holzbaulehrstuhl an der Universität Innsbruck. “Nur zwischen Uni und Lehrberuf gab es eine Lücke. Bis jetzt”, sagte der Vorstand des Vereins proHolz, Karl Schafferer, bei der Präsentation des neuen Schwerpunkts Holzbau, der ab Herbst 2017 an der HTL Imst eingerichtet wird. 

Die Einrichtung des Ausbildungsschwerpunktes, erklärt Schafferer weiter, würde eine Übergangsstufe zwischen der Lehre und dem universitären Zugang zum Werkstoff Holz darstellen. “Durch die ständige Entwicklung neuer Baustoffe und Einsatzmöglichkeiten brauchen wir diese neuen Fachkräfte, die sowohl ein technisches Verständnis besitzen als auch einen Zugang zum Umgang mit dem Rohstoff haben.”

“Es werden mehr holzerfahrene Ingenieure benötigt”

Mit rund 33.000 Menschen die daraus ihr Einkommen beziehen, stellt die Forst- und Holzwirtschaft eine der großen Wertschöpfungsketten in Tirol dar. Zusätzlich hat sich die Holzbauweise in den vergangenen Jahren zusehends etabliert, in Westösterreich stellt sie gar 30 Prozent des umbauten Volumens im Hochbau dar.

Betonten die Wichtigkeit des Ausbildungsschwerpunktes Holzbau an der HTL Imst (v.l.): Stefan Walch, Direktor des HTL Imst, Beate Palfrader, Landesrätin und Präsidentin des Landesschulrates, Rüdiger Lex, Geschäftsführer von proHolz und Karl Schafferer, Vorstandsvorsitzender von proHolz. - Foto: Land Tirol

Betonten die Wichtigkeit des Ausbildungsschwerpunktes Holzbau an der HTL Imst (v.l.): Stefan Walch, Direktor des HTL Imst, Beate Palfrader, Landesrätin und Präsidentin des Landesschulrates, Rüdiger Lex, Geschäftsführer von proHolz und Karl Schafferer, Vorstandsvorsitzender von proHolz. – Foto: Land Tirol

„Das bedeutet, dass zum einen immer mehr holzerfahrene Ingenieure in der Produktion, also auch bei den international tätigen Betrieben der Holzindustrie und bei den heimischen Holzbaubetrieben, und zum anderen in Planungs- und Architekturbüros sowie in den Behörden benötigt werden“, fasst Schafferer zusammen.

Dem Bedarf Rechnung tragen

Dass man diesem Bedarf, der durch die Ergebnisse einer Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft bestätigt wurde,  Rechnung tragen müsse, findet auch die amtsführende Präsidentin des Landesschulrates, Landesrätin Beate Palfrader. “Auf dieser Grundlage hat der Landesschulrat mit der für die technisch-gewerblichen Schulen zuständigen Abteilung entschieden den Schwerpunkt Holzbau in Imst zu installieren.”

Für Imst habe man sich laut Palfrader entschieden, weil auf der dortigen HTL die notwendige Ausstattung bereits vorhanden ist, weil sich die inhaltliche Verknüpfung von Innenarchitektur und Holzbau angeboten hätte und weil diese Entscheidung auch eine Stärkung der Region bedeute.

Ausbildung dauert fünf Jahre

Die Ausbildung, wie der Direktor der HTL Imst, Stefan Walch, erkläuterte, dauere fünf Jahre. “In den ersten drei Jahren erfolgt eine grundlegende bautechnische Ausbildung. Im vierten und fünften Jahr folgt die Spezialisierung im Ingenieur-Holzbau, der damit einhergehenden Bauphysik und Fachgebieten wie Brand- und Schallschutz.”

Im nächsten Jahr, so der Direktor, könnten bereits die ersten Schüler in den Ausbildungszweig einsteigen. Da es die einzige Ausbildungseinrichtung dieser Art in ganz Westösterreich sei und die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich stark gegeben sei, wären laut Walch die “die beruflichen Perspektiven sehr erfreulich.”

Wesentlicher Beitrag für wachsenden Wirtschaftszweig

„Die modernst ausgestatteten heimischen Holzbaubetriebe sind durch die Entwicklung im Bauwesen stark gefordert“ betonte Simon Kathrein, Landesinnungsmeister Holzbau. Deshalb sei auch er davon überzeugt, dass die neu ausgebildeten “Holz-Ingenieure” einen wesentlichen Beitrag zum wachsenden Wirtschaftszweig Forst/Holz leisten werden.

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