Betriebsübergabe: Unterschiedliche Wege – aber immer ein Ziel!

Die einen lernen das traditionelle Handwerk, die anderen steigen „akademisch“ ein. So oder so will für die Betriebsübernahme gut gelernt sein, was im eigenen Familienunternehmen alles möglich ist.

Die Geschichten der Nachfolger sind so unterschiedlich wie die Familien selbst, oder eben die Unternehmen, für die der Familienname steht. „Speziell in der Gegenwart erleben wir einen intensiven Wandel von Technologien und neuen Unternehmensstrukturen. Die Nachfolger müssen darauf vorbereitet sein“, plädiert etwa Bernhard Baumgartner, Geschäftsführer der Beratungsunternehmens family­firm, im Betriebsübernahmeprozess für eine durchdringende Beschäftigung mit der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens.

Die Übernahme eines Unternehmens durch ein Familienmitglied bringt bekanntermaßen viele Herausforderungen mit sich: Um sie positiv zu meistern, bietet die WK Tirol umfangreiche Servicepakete, doch neben den tatsächlichen – oftmals bürokratischen – und den emotionalen Hürden gibt es auch recht logische Grundvoraussetzungen, ohne die ein erfolgreiches Weiterleben des Familienunternehmens undenkbar scheint: Es ist eine Art unternehmerisches Triumvirat aus kaufmännischen Kenntnissen, Branchenerfahrung und fachlichen Qualifikationen.

Übergabe: Positiv denken

Das Wissen darum, was im und mit dem Unternehmen möglich ist, kann auf verschiedenste Weise wachsen. „Bei uns ist es Tradition, den Beruf zu lernen. Der Papa hat immer gesagt, dass der Bua arbeiten lernen muss. Das habe ich gemacht und dann eine Fachschule in Deutschland absolviert. Mein Sohn macht das auch so“, sagt Erwin Bouvier, der in dritter Generation das Familienunternehmen Luzian Bouvier führt und im Zusammenhang mit der Weitergabe des Feuers festhält: „Das fachlich und kaufmännisch fundierte Wissen ist Grundvoraussetzung – aber positiv zu denken ist das Wichtigste.“

Auf die „gute alte Schule“ wird auch im Einrichtungshaus Wetscher gesetzt, wo der Sohn des Geschäftsführers Martin Wetscher in fünfter Generation das Handwerk des Tischlers lernt. „Es geht auch darum, den Sinn zu stiften – in unserem Fall, Handwerker zu sein und etwas zu leisten“, ist Martin Wetscher von der Tradition seines Hauses überzeugt.

Basiswissen ist entscheidend

Die frühe Einbeziehung der Nachfolgegeneration in das Familienunternehmen hat viele Gesichter. „Ich habe immer wieder in den Ferien im Betrieb gearbeitet. Dadurch hat sich schnell gezeigt, dass es mich interessiert und mir Spaß macht“, blickt etwa Daniel Seelaus zurück. Dem Juniorchef von Elektro Seelaus in Wörgl ebneten das im heimischen Unternehmen erfahrene Basiswissen und eine große Faszination für Technik bald den Bildungs- und dann auch den Lebensweg. „Ich wollte einen technischen Beruf erlernen und habe mich für Elektrotechnik entschieden“, sagt er.

Zug um Zug übernimmt der 1983 geborene mehr und mehr Verantwortung im Familienunternehmen. Dabei wertschätzt er nicht nur die Rolle seines Vaters, sondern vertraut auch auf das Fachwissen der 15 Mitarbeiter: „Ohne Basiswissen geht es nicht, doch wird es vor allem in unserer Sparte kaum jemandem gelingen, überall den Überblick zu haben. Wenn die Mitarbeiter sagen, ja, das geht, dann passt das für mich. Da verlasse ich mich darauf.“

Das Rad dreht sich weiter

Als Schnittstelle zwischen den Kunden und dem Machbaren, der Führung und dem Handwerk zu fungieren, ist die vielschichtige Herausforderung. 20 Jahre Fußballspiel – also Team­player zu sein, gemeinsame Lösungen anzustreben und sich auch unterordnen zu können – bezeichnet Seelaus neben dem Austausch mit dem Vater, Gesprächen mit anderen Unternehmern und spezifischen Seminaren als gute Schule für die Rolle des Chefs: „Das Rad muss sich immer drehen. Es bleibt immer spannend. Und man muss sich ständig weiter­entwickeln.“ Und wissen, was möglich ist.

 

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