FinTechs: Die digitalen Herausforderer der Banken

Tiroler Banker reisten nach Berlin, um Einblicke in die Welt von FinTechs zu gewinnen. Credo: Die Tiroler Banken müssen digital mithalten, dürfen aber ihre Beratungskompetenz auch zukünftig nicht vernachlässigen.

Gesetzliche Regulierungen, Imageprobleme und die niedrigen Zinsen: Für die heimischen Banken war das Geschäft schon einfacher. Hinzu kommt mit der Digitalisierung die wohl größte Transformation, die auch vor dem Bankensektor nicht halt macht: Neue Technologien verändern das Kundenverhalten radikal und bringen Banken und Versicherungen mit ihren Dienstleistungen in Bedrängnis . „Per Videoidentifizierung vom Smartphone auf das Konto zugreifen oder die Supermarktkasse als Bankomat nutzen: das sind nur zwei von vielen Entwicklungen, bei der die Banken in letzer Zeit neue Konkurrenz bekommen haben – Stichwort FinTechs“, berichtet Bankenobmann Harald Wanke.

In Österreich noch eher unbekannt, sind FinTechs etwa in Berlin längst zu einer fixen Größe im Start-up Universum geworden. Doch wie agieren diese jungen Finanzdienstleister? Was kann man von ihnen lernen? Eine Gruppe Tiroler Banker reiste Anfang November nach Berlin, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen und sich die neuen Mitbewerber aus der Nähe anzusehen. Am Programm der Reise standen neben der Auseinandersetzung mit FinTechs auch Besuche beim Bankenverband oder beim Deutschen Finanzministerium. Ziel: Antworten auf die Frage, wie mit den großen Herausforderungen der Branche umzugehen ist, zu finden.

Zu Besuch bei FinTechs

Doch wer sind diese FinTechs? Sie entstehen schnell, sind innovativ, tüfteln an neuen Produkten, launchen Apps – und doch reicht es bei vielen nicht, um in die Gewinnzone zu kommen. Von derzeit 200 bis 400 solcher FinTechs überleben langfristig nur wenige – und trotzdem halten sie die Bankenwelt mit ihrem innovativen Konzept auf Trab. So etwa auch das Start-up barzahlen.de, welches beim Online-Shopping das Barzahlen bei Bezahl-Partnern oder Bargeldbehebungen an der Supermarktkassa über eine App ermöglicht. Dabei muss der Kunde keine sensiblen Finanzdaten online eingeben, ebenso spart man sich den Weg zum Bankomat oder zur Bankfiliale.

Harlad Wanke, Obmann der Sparte Bank und Versicherung zu Besuch bei barzahlen.de.

Der Tiroler Bankenobmann Harald Wanke mit Susanne Krehl (barzahlen.de) und Georg Krenn (AußenwirtschaftsCenter Berlin) (v. l.).

Entwicklungen wie diese verstärken den Druck auf etablierte Bankhäuser mit den Tech-Trends mitzuhalten. Die Deutsche Bank etwa sondiert in ihrem Innovation Lab interessante Ideen und Anwendungen und realisiert Pilotprojekte zur Kooperation mit FinTechs. „Die Banken beginnen, ihre Strukturen anzupassen und entwickeln moderne Angebote, die den aktuellen Kundenbedürfnissen entsprechen. Unser Vorteil ist die Datensicherheit, mit der wir Punkten können“, so Wanke.

Banking online und offline

Für die Banken bringe die Umwälzung zu digitalen Technologien auch enorme Vorteile, z. B. Kosteneinsparungen, was wiederum Spielräume für Neues lasse. Trotz der neuen Angebote durch Nicht-Banken solle laut Wanke aber eines nicht vergessen werden: „Die heimischen Banken müssen sowohl online als auch offline präsent sein. Der „Hybridkunde“ von heute wickelt viele Geschäfte digital ab. Jedoch müssen wir auch weiterhin stark im direkten Kontakt sein, wo das Thema Beratung unsere Kernkompetenz ist. Die Banken werden deshalb zukünftig noch mehr den Fokus auf das Kundengespräch legen.“

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