Elektromobilität startet durch: Neue Förderungen für Betriebe

Seit Monaten überschlagen sie sich – die Meldungen rund um die CO2-freie Zukunft auf den Straßen. Mit dem 72-Millionen-Bundespaket und der Zusatzförderung des Landes werden die E-Autos auch für Tirols Unternehmer immer attraktiver.

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Die Beschleunigung fasziniert. Nicht nur die physikalische Größe ist hier gemeint – zeigen sich Technik-Fans doch diesbezüglich bei Elektroautos begeistert und jubilieren gleichsam im Drehmoment. Beschleunigt wirkt auch die Welt rund um die Elektromobilität, überschlagen sich doch seit Monaten die Meldungen zur CO2-freien Zukunft auf den Straßen. China will mit einer E-Autoquote das Smogproblem in den Städten in den Griff bekommen. Die USA haben angekündigt, das Netz an Ladestationen deutlich auszubauen. Der dänische E-Mobil-Pionier Henrik Fisker hat jüngst „das beste Elektroauto der Welt“ angekündigt – einen Luxusflitzer, der über 260 km/h schnell sowie für eine Reichweite von 600 Kilometern „geladen“ sein soll.

Und recht überrascht zeigte sich die Automobilwelt schließlich, dass mit Opel ausgerechnet die deutsche Biedermarke Ende 2017 ein vergleichsweise günstiges Elektroauto mit hoher Reichweite auf den Markt bringen und „erstfahrzeugfähig“ machen will.

Mehr Ladestationen und Förderungen für Elektroautos

Der klimafreundliche Abgesang für die karbonreichen Treibstoffe wird auch in Österreich angestimmt. Letzte Woche erst wurde von den Ministern Jörg Leichtfried (SPÖ/Verkehr) und Andrä Rupprechter (ÖVP/Umwelt) zusammen mit der heimischen Automobilbranche das Maßnahmenpaket zur Förderung von Elektromobilität präsentiert.

Mit 72 Millionen Euro sollen ab März 2017 der Aufbau von E-Ladestationen und der Kauf von E-Autos angekickt werden. Demnach dürfen Private mit einer Förderung von 4.000 Euro und Unternehmen mit 3.000 Euro beim Kauf eines Fahrzeugs mit reinem E-Antrieb rechnen. „Das wird sicher zu einer Steigerung des Absatzes führen“, ist Richard Stöckl, Fachmann und Ansprechpartner für Förderungen im Umwelt- und Energiebereich in der WK Tirol, von der Wirkung des Paketes überzeugt und hält bezüglich der bis dato so unsicheren wie unbefriedigenden Fördersituation fest: „Wir haben viele Anfragen und ich hoffe, dass das Paket des Bundes zu einer Kontinuität führt.“

Diese wird jedenfalls von der Abteilung Wirtschaftsförderung im Amt der Tiroler Landesregierung nicht in Frage gestellt. „Die bisher für Elektroautos gewährte Bundesförderung wird um jeweils 30 Prozent der Bundesförderung aufgestockt“, stellt Werner Draschl, Leiter der Abteilung, klar. Beim Kauf eines „reinen“ E-Autos dürfen Tirols Unternehmer demnach mit weiteren 900 Euro Förderung rechnen.

Rainer Krißmer (l.), sein Team und das E-Auto KIA Soul EV: „Wir streiten uns fast darum, wer damit fahren darf!“

Rainer Krißmer (l.), sein Team und das Elektroauto KIA Soul EV: „Wir streiten uns fast darum, wer damit fahren darf!“ Foto: Krißmer

Tiroler Vorreiter in Sachen Elektromobilität

„Die Anschlussförderung des Landes ist gerade in Ausbezahlung“, erzählt etwa Rainer Krißmer im Interview. Für den Geschäftsführer von Energy Consultants (Encon) in Wildermieming war der Kauf des E-Autos ein logischer Schritt. „Wir können nicht Wasser predigen und Wein trinken“, sagt er, betont aber auch wirtschaftliche Kaufargumente – wie Sachbezugsbefreiung, volle Absetzbarkeit von der Vorsteuer, Wegfall der NoVA sowie der motorbezogenen Versicherungssteuer oder geringe Wartungskosten und hält zudem fest: „Ich kann von dem Fahrzeug nur schwärmen. Wir streiten uns fast darum, wer damit fahren darf.”

Davon, wie mit Elektroautos Aufsehen erregt wird, kann auch Christof Stocker, Geschäftsführer der STASTO Automation KG in Innsbruck, berichten. Vor zwei Jahren kaufte das Unternehmen 18 E-Autos, die für Pendelfahrten aber auch im Verkauf eingesetzt werden. Die Resonanz bleibt groß und Stocker sagt: „Wir wollten Vorreiter sein und andere motivieren. Das ist uns gelungen. Ein Vertriebsmitarbeiter sagte einmal, dass die Qualität des Verkaufs sogar besser geworden ist, weil während eines Ladevorgangs Termine gut vor- bzw. nachbereitet werden können. Kurz gesagt: Wir bereuen diese Entscheidung nicht. ( » Mehr dazu: Interview mit Christof Stocker).

 

Elektromobilität: Daten und Fakten aus Österreich und Tirol

» Mehr dazu:

Interview mit Rainer Krißmer: E-Mobilität: „Ich kann nur schwärmen“

Interview mit Christof Stocker: Nutzung von E-Autos: „Wir wollten Vorreiter sein“

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