Naturbrennerei Kuenz: Erster Osttiroler Whisky

Am stattlichen, von Obstgärten umgebenen, Kuenzhof betreiben Martina und Hermann Kuenz in der elften Generation Obstbau und erzeugen vielfach prämierte Edelbrände. Die Söhne Johannes und Florian setzen die jahrhundertelange Tradition fort und beschreiten mit der Naturbrennerei Kuenz auch neue Wege.

„Unser ‘Roter-Turm-Gin’ – Namensgeber ist einer der markantesten Kletterberge der Lienzer Dolomiten – wurde von den Destillata-Juroren 2015 zum ‚Gin des Jahres‘ gekürt“, berichtet BOKU-Absolvent Johannes Kuenz stolz. „Das hat den eingeschlagenen Weg bestätigt, auch Whisky zu destillieren. Eigentlich eine pragmatische Entscheidung, da man Obst rasch verarbeiten muss, Getreide aber saisonunabhängig brennen kann und damit die Brennkessel besser auslastet.“

Rinderstall in Schaulager umgebaut

Viel Tüftelei und Kooperationen waren notwendig, um einen vollständig aus Osttirol stammenden Whisky zu schaffen. Dazu kamen auch hohe Investitionen: Der ehemalige Rinderstall wurde aufwändig in ein Whisky-Schaulager umgebaut, Brennerei und Energieversorgung auf den modernsten Stand gebracht – nahezu ausschließlich von Osttiroler Handwerkern.

„In einem Jahr werden wir die ersten 1000 Flaschen Rauchkofel Single Malt Whisky nach der dreijährigen Eichenfass-Lagerung abfüllen“, berichtet der Juniorchef. „Natürlich bleiben die Obstbrände, Tafelobst und Apfelsäfte auch weiterhin unsere Hauptprodukte, wobei der Pregler – ein Apfel- und Birnenbrand mit für Osttirol geschützter Ursprungsbezeichnung – herausragt.“ Der Zusammenschluss der Osttiroler Preglerbauern vor 25 Jahren bewirkte einen ungeheuren Qualitätsaufschwung und den Beginn der Hebung des touristischen Potenzials.

Verkostung und Verkauf im Hofladen

In einer Schaubrennerei kann man den Destillationsprozess verfolgen, für Verkostung und Verkauf gibt es einen äußerst ansprechenden Hofladen. Die Direktvermarktung – am Hof und auf dem wöchentlichen Stadtmarkt in Lienz und zunehmend auch via eigenem Webshop – ist die bedeutendste Absatzschiene, außerdem sind der regionaler Handel und die Gastronomie wichtige Abnehmer der Qualitätsprodukte der Naturbrennerei Kuenz.

Der überwiegende Teil des benötigten Obstes wächst in den insgesamt 12 Hektar umfassenden eigenen Obstgärten, der Rest wird nahezu ausschließlich in Österreich zugekauft. „Heuer gab es im ganzen Land enorme Ernteausfälle beim Obst, von denen auch wir stark betroffen waren. Die Schwankungen können wir aber aus unserem vorsorglich angelegten Destillate-Lager abfangen“, erklärt Johannes Kuenz. Die vielen Fans von Edelbränden aus Osttirol müssen sich also keine Sorgen machen.

» Weitere Informationen: www.kuenz-schnaps.at

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