Wetscher: Familienunternehmer müssen langfristig denken

Familienunternehmer Martin Wetscher, Obmann der Sparte Handel in der WK Tirol, weiß um die Stärken und Schwächen der eigentümergeführten Unternehmen: „Das größte Gedeihen kommt aus der Familie. Der größte Verderb auch. Das muss man balancieren.“

Über 100 Jahre nicht nur zu überstehen sondern erfolgreich zu meistern, ist eine Unternehmensgeschichte, die nicht allzu oft erzählt werden kann. Kann sie aber erzählt werden, dann verrät sie viel über Flexibilität, Ausdauer, Überzeugung, Können und den unsichtbaren roten Faden, der die Generationen eines Familienunternehmens verbindet. „Es geht auch darum, den Sinn zu stiften – in unserem Fall, Handwerker zu sein und etwas zu leisten. Das ungeschriebene Gesetz in unserem Familienunternehmen war immer schon die Leistung. Das ist die Marke. Jede Generation muss die Firma neu erfinden, aber sie muss auch die Urwerte weiter leben – mit hoher Achtung und großem Respekt vor diesen Dingen“, sagt Martin Wetscher.

Der Obmann der Sparte Handel in der WK Tirol kann so eine Geschichte erzählen, die über 100 Jahre zurück reicht. Mit seinem Sohn ist seit diesem Jahr die fünfte Generation im gleichnamigen Einrichtungshaus tätig und mit dem Gründer verbindet auch ihn nicht nur der Name. „Wir waren und sind alle ausgebildete Tischler“, sagt Martin Wetscher.

Das handwerkliche und unternehmerische Know-how ist sorgsam geachteter „Familienschatz“ des Unternehmens und es ist auch dieser persönliche Hintergrund, der Wetschers Blick auf die Familienunternehmen schärfte.

Dauerhafter Erhalt

„Das sind Unternehmen mit Seele. Familienunternehmen sind die häufigste Ausprägung von KMUs. KMUs sind die Träger des volkswirtschaftlichen Einkommens und haben neben den wirtschaftlichen Funktionen oft auch kulturelle Dimensionen bzw. Non-Profit-Tendenzen“, sagt er und führt weiter aus: „So handelt der Familienunternehmer im Unterschied zu einem Manager nicht auf den kurzfristigen Erfolg hin, sondern auf den dauerhaften Erhalt des Unternehmens. Das heißt, er verzichtet im speziellen Fall auf den kurzfristigen Erfolg, um langfristig zu überleben. Er denkt nachhaltig und ist natürlich auch durch die Strukturiertheit und die Anzahl der Unternehmen aus volkswirtschaftlicher Sicht im höchsten Maße flexibel” (Mehr zum Thema: Neues Zentrum für Familienunternehmen)

Der Obmann der Sparte Handel in der WK Tirol kann so eine Geschichte erzählen, die über 100 Jahre zurück reicht. Mit seinem Sohn ist seit diesem Jahr die fünfte Generation im gleichnamigen Einrichtungshaus tätig und mit dem Gründer verbindet auch ihn nicht nur der Name.

Martin Wetscher vom gleichnamigen Einrichtungshaus in Fügen kann so eine Geschichte erzählen, die über 100 Jahre zurück reicht. Mit seinem Sohn ist seit diesem Jahr die fünfte Generation im gleichnamigen Einrichtungshaus tätig und mit dem Gründer verbindet auch ihn nicht nur der Name.

Flexibilität war auch in seinem Familienunternehmen gefragt. Und es ist die Tatsache, dass das Zillertaler „Haus“ nicht nur zwei Weltkriege mit all ihren verheerenden Folgen, den Zusammenbruch der Monarchie und jenen „der Wirtschaft“ selbst, zahlreiche Währungswechsel und alle Brüche der Moderne, meistern konnte, die den aktuellen Chef gelassen auf vermeintlich alles auf den Kopf stellende Entwicklungen reagieren lässt: „Momentan heißt die neue Herausforderung Digitalisierung und ich habe davor gar keine Angst. Null.“ Warum auch, konnte es im Zuge der Unternehmensgeschichte doch schon oft „nicht schlimmer“ kommen.

Langes Gedächtnis

Ein Familienunternehmen und besonders Mehrgenerationen-Betriebe haben ein langes Gedächtnis. „Sie verkörpern zudem den Charme einer historisch gewachsenen Wertestruktur, Werte, wie Verlässlichkeit und Berechenbarkeit, die vielfach abhanden gekommen sind“, betont Wetscher das starke Fundament, das sich aus Tradition, Geschichte und Familie zusammensetzt. Dieses Fundament gelte es aus guten Gründen, zu fördern: „Nach Jahrzehnten der Entwurzelung und Homogenität auf der Welt kommen nun diese Wertvorstellungen wieder als positiv ins Bewusstsein und treffen gerade in Tirol auf einen fruchtbaren Boden. Diese Unternehmen stellen den großen Unterschied zu Blut saugenden Kraken wie Google oder Amazon aber auch Ikea dar, die bei einem Steueraufkommen von knapp drei Prozent wesentliche Umsätze und Erträge aus Volkswirtschaften absaugen.“

Im Gegensatz dazu sind die Familienunternehmen tief verwurzelt und aufgrund ihrer nachhaltigen Ausrichtung berechenbar. Auch die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, haben andere Hintergründe. Wetscher: „Das größte Gedeihen kommt aus der Familie. Der größte Verderb auch. Das muss man balancieren.“

 

» Mehr Informationen:

Zentrum für Familienunternehmen

Die optimale Betriebsnachfolge – Das Beratungsservice der Wirtschaftskammer Tirol

Neues Zentrum für das Rückgrat der Wirtschaft: Unsere Familienunternehmen

Zum Nachlesen: Tiroler Familienunternehmen – Geschichten, Erfolge, Perspektiven

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