Flexibel ist böse? Die einfache Welt des Erwin Z.

AK-Präsident Erwin Zangerl lehnte kürzlich in einem Interview jede Art der Flexibilisierung von Arbeitszeiten ab. Wir haben seine Behauptungen überprüft und richtiggestellt. 

Zangerl: „Schrankenlose Arbeitszeitflexibilisierung ist kein Wunschkonzert der Arbeitgeberseite.“
Richtig ist: Es geht nicht um die Wünsche der Wirtschaft, sondern jene der Kunden und Konsumenten. Die Entscheidungen erfolgen immer kurzfristiger. Die dadurch entstehenden Auftragsspitzen können die Firmen nur mit flexiblen Arbeitszeiten erledigen – oder ablehnen und in der Folge Mitarbeiter abbauen.

Zangerl: „Die Einführung eines 12-Stunden-Tages wird von Wirtschaftsseite immer lauter erhoben.“
Richtig ist: Es geht nicht um die generelle Einführung von 12-Stunden-Tagen. Es sollen anstehende Aufträge abgearbeitet werden – um dann diese Stunden mit sinnvoller Freizeit zurück zu geben. In Summe bleibt die Wochenarbeitszeit gleich.

Zangerl: „Arbeit soll noch billiger werden auf Kosten der Beschäftigten.“
Richtig ist: Arbeit bleibt gleich wertvoll und wird nicht „billiger“ geleistet. Es geht um Arbeit zum richtigen Zeitpunkt. Es ist auch im Interesse der Beschäftigten, wenn ihre Betriebe konkurrenzfähig und Arbeitsplätze sicher bleiben.

Zangerl: „Flexible Arbeitszeit ermöglicht „kein geregeltes Familienleben …“
Richtig ist: Umfragen zeigen, dass die Beschäftigten flexiblen Arbeitszeiten positiv gegenüber stehen. Der Abbau von Zeitguthaben schafft
attraktive Freizeitblöcke für Familie, ehrenamtliche Tätigkeiten, Sport und Freizeit.

Zangerl: „Der 12-Stunden-Tag wäre ein Rückschritt in diesozialpolitische Steinzeit.“
Richtig ist: Die Arbeitszeitenso zu lassen, wie sie sind, ist sozialpolitische Steinzeit. Das ganze Umfeld hat sich geändert – daran müssen sich die Betriebe anpassen.

Zangerl: „Wir werden eine Aufweichung der Strafbedingungen auf betrieblicher Ebene sicher nicht zulassen.“
Richtig ist: Die derzeitigen Mehrfach- und Wiederholungsstrafen können Firmen in existenzgefährdende Situationen bringen. Auch die WK will die Bekämpfung Schwarzer Schafe – aber mit Augenmaß und ohne Pauschalverurteilung ehrbarer Betriebe.

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