Wer bekommt wie viel Weihnachtsgeld?

14. Gehalt, Weihnachtsremuneration, Weihnachtsgeld – dahinter verbirgt sich immer die Frage, wer hat Anspruch darauf, in welcher Höhe und wann ist das Weihnachtsgeld fällig?

In Österreich werden unter dem Begriff „Sonderzahlung“ zumeist das Urlaubs- und Weihnachtsgeld verstanden. Ob Sonderzahlungen zustehen oder nicht, regelt der anzuwendende Kollektivvertrag. In kollektivvertragsfreien Branchen muss im Dienstvertrag der Anspruch auf Sonderzahlungen vereinbart sein, sonst gebühren keine Sonderzahlungen.

• Was ist die Höhe des Weihnachtsgeldes?

Die Bemessungsgrundlage für das Weihnachtsgeld wird im Kollektivvertrag geregelt. So wird in den Kollektivverträgen zwischen Verdienst (z.B. KV eisen- und metallverarbeitendes Gewerbe/Arbeiter), Novembergehalt (z.B. KV Handelsangestellte, eisen- und metallverarbeitendes Gewerbe/Angestellte, etc) oder Entgelt unterschieden.

Der „Verdienstbegriff“ enthält keine Überstunden dafür jedoch die in den letzten 13 Wochen angefallenen Zulagen und Zuschläge. Unter „Monatsgehalt“ ist das regelmäßige Monatsgehalt zu verstehen; schwankende Provisionen, regelmäßig geleistete Überstunden oder Überstundenpauschalen sind nicht mit einzubeziehen.

Achtung bei Teilzeitkräften: Regelmäßig geleistete Mehrarbeit ist sehr wohl zu berücksichtigen!

Unter den Begriff „Mindestgehalt“ fällt nur der kollektivvertragliche Mindestgehalt und keine etwaigen Überbezahlungen.

• Gebührt das Weihnachtsgeld auch in entgeltfreien oder entgeltreduzierten Zeiten?

Es gilt der Grundsatz „die Sonderzahlungen teilen das Schicksal des laufenden Entgelts“. Das heißt, in entgeltfreien Zeiten steht auch anteilig kein Weihnachtsgeld zu. Zu beachten sind jedoch die Bestimmungen in den Kollektivverträgen, die vielfach regeln, dass die Sonderzahlungen trotzdem aufrecht bleiben (z. B. Arbeiter-KV eisen- und metallverarbeitendes Gewerbe, Handelsangestellte).

• Steht Weihnachtsgeld auch im Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses zu?

Das Weihnachtsgeld gebührt anteilig für das Kalenderjahr. Arbeiterkollektivverträge regeln häufig, dass der Anspruch darauf bei gerechtfertigter Entlassung oder ungerechtfertigtem vorzeitigen Austritt entfällt. Hat der Arbeiter in diesen Fällen zum Zeitpunkt des Ausscheidens sein Weihnachtsgeld bereits erhalten, kann es zur Gänze zurückverrechnet werden.

• Kann bereits ausgezahltes Weihnachtsgeld bei Beendigung zurückgefordert werden?

Scheidet der Arbeitnehmer nach Erhalt des Weihnachtsgeldes, aber vor Ablauf des Kalenderjahres aus, so kann der Überhang des aliquot zustehenden Teils rückverrechnet werden, vorausgesetzt der Kollektivvertrag schließt dies nicht aus.

• Wann ist das Weihnachtsgeld fällig?

Die Fälligkeit des Weihnachtsgeldes richtet sich nach dem Kollektivvertrag. Sieht dieser keine Fälligkeit vor, steht er spätestens mit Ende des Kalenderjahres zu.

 

» Weitere Informationen zu diesem und anderen Themen erhalten Sie im Rechtsservice der Wirtschaftskammer Tirol:
E rechtsservice@wktirol.at
T 0590905-1111.

Autor: Ursula Gidl

Dr. Ursula Gidl ist Referentin der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht der Wirtschaftskammer Tirol.

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