Let´s make Unternehmertum great again!

Wachstum? Wertschöpfung? Beschäftigung? Alles machbar, wenn man will. Wenn die Politik Unternehmer-sein wieder attraktiv macht, kommt das auch dem Wohlstand zugute.

Unabhängig davon, wie man zu Donald Trump steht: Dass er mit seinem Slogan „Let‘s make America great again“ den Nerv der Zeit getroffen hat, ist eine Tatsache. Dieses Motto würde auch zum heimischen Unternehmertum gut passen. Denn eines ist klar: Die tatsächlichen Leistungen der Wirtschaft und die Wertschätzung seitens der Politik passen längst nicht mehr zusammen. Ebenso wie die Realitätsnähe der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Unternehmertum: Frust statt Lust

Eine Volkswirtschaft ist umso stärker, je mehr Leistung und Einsatz honoriert werden. „Lust auf Unternehmertum machen – heißt es in vielen Sonntagsreden. Frust aufs Unternehmertum ist in vielen Fällen die Realität“, fasst WK-Präsident Jürgen Bodenseer die Situation zusammen. Die Spitze dieser Entwicklung stellte die Diskussion über die Registrierkassen sowie die aktuellen Prüfungen seitens der Gebietskrankenkassen bei Selbstständigen dar. In beiden Fällen gibt es keinen Vertrauens-, sondern einen Misstrauensvorschuss.

Bei den Registrierkassen wurden alle Unternehmer pauschal verdächtigt, dass sie kriminell wirtschaften und Steuern hinterziehen. Und die GPLA-Prüfungen setzen dem noch eines drauf: Grundsätzlich wird vermutet, dass selbstständige Tätigkeit nur die Verschleierung eines Angestelltenverhältnisses darstellt. Das bedeutet in der Praxis: Im Zweifel gegen den Angeklagten. „Das ist eine Bevormundung und die Aberkennung des eigenen Wunsches, unternehmerisch arbeiten zu können. So bringen wir junge Menschen nie dazu, sich selbstständig zu machen“, ärgert sich WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Die heimischen Unternehmer müssen an einer weiteren Front kämpfen: Die Gesetze haben teilweise mit der Realität nichts mehr zu tun. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Lohn- und Sozialdumpinggesetz.

Es sieht existenzbedrohende Bestrafungen vor – und zwar mehrfach, selbst für das gleiche Vergehen und kleinste Fehler. „Es ist mir ein Anliegen, als Unternehmer wie ein ehrbarer Kaufmann zu agieren. Doch die kompliziertesten Lohn- und Zeitgesetze auf unserem Planeten machen aus Unternehmern im Handumdrehen Straftäter“, erklärt Handels-Spartenobmann Martin Wetscher. Diese Belastungen sind für Wetscher den kleinen und mittleren Unternehmen nicht mehr zumutbar.

Arbeitszeit: Gewerkschaft realitätsfremd

Meilenweit von der Realität entfernt sind für den Spartenobmann auch die Verhandlungen mit der Gewerkschaft: Der Online-Händler Amazon verzeichnet aktuell eine jährliche Steigerung von 30 Prozent. Der lokale Handel ist arg in Bedrängnis. Und die Gewerkschaften? Die beschäftigen sich mit der Verhinderung von Einkaufsnächten und fordern weitere Zuschläge zu den bestehenden 100-Prozent-Zuschlägen. „Was wir brauchen, sind zeitgemäße gesetzliche Antworten auf die aktuellen Herausforderungen wie mehr Flexibilität. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter mehr von dem bekommen, was wir ihnen zahlen“, so Wetscher.

Ob Wertschätzung oder Rahmenbedingungen – es wird höchste Zeit, unternehmerische Leistung zu honorieren. Wachstum, Wertschöpfung, Beschäftigung lassen sich nur mit einem starken Unternehmertum erreichen – oder gar nicht. Deswegen: „Let‘s make Unternehmertum great again“, fordert
Jürgen Bodenseer.

Das Wirtschaftsparlament der WK Tirol kämpft gegen die künstlichen Grenzen des Wachstums. Vor der Umverteilung steht die Leistung – doch Unternehmer werden viel zu oft eingebremst statt angefeuert.

Das Wirtschaftsparlament der WK Tirol kämpft gegen die künstlichen Grenzen des Wachstums. Vor der Umverteilung steht die Leistung – doch Unternehmer werden viel zu oft eingebremst statt angefeuert. Foto: WKT

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