Trump und Tirol: Auswirkungen werden sich in Grenzen halten

Die USA, Tirols viertwichtigster Exportpartner, haben gewählt. Setzt Trump den angekündigten Protektionismus um, sind Rückgänge zu erwarten – auch zum Schaden der USA. Für die EU und Österreich kann die Richtung nur lauten: Europa einigen, stärken und Reformen durchziehen, um die Populisten aufzuhalten.

Auch wenn die USA weit weg sind, ist es für den Standort Tirol nicht unwichtig, wer Präsident ist. Denn die Tiroler Firmen exportieren kräftig in die Vereinigten Staaten – 2015 waren es ganze 675 Millionen Euro (plus 11,7 Prozent gegenüber 2014). Damit sind die USA nach Deutschland, der Schweiz und Italien unser viertwichtigster Markt, für Gesamtösterreich sogar der zweitwichtigste. Die Tiroler Importe aus den USA beliefen sich auf 243 Millionen Euro.

Protektionismus gegen Billiglohnländer?

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump hat in seinem Wahlkampf eine protektionistische Politik angekündigt, wie etwa die Einhebung von Einfuhrzöllen. Wenn dies tatsächlich umgesetzt wird, würden unsere Exporte darunter leiden. Protektionismus trifft allerdings auch die Amerikaner selbst, weil dann günstige Produkte aus dem Ausland fehlen”, so Jürgen Bodenseer. Es ist daher zu erwarten, dass Trump diese Ankündigung, wenn überhaupt nur vereinzelt gegen Billigimporte aus Niedriglohnländern umsetzen wird. Wahlkampf ist das eine – die Tagespolitik das andere. Vieles hängt nun auch vom Team ab, mit dem sich Trump umgibt. Sobald die ersten Konturen des Programms von Donald Trump erkennbar werden, ist eine Beruhigung zu erwarten, denn für die Wirtschaft ist eines am Schlimmsten: Unsicherheit.

TTIP kaum mehr realisierbar

Das in Verhandlung befindliche EU-US-Freihandelsabkommen TTIP, das die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA noch verstärken sollte, dürfte unter den aktuellen Bedingungen kaum mehr realisierbar sein.

Die US-Wahl bringt auch wichtige Erkenntnisse für Europa und Österreich. Die Europäische Union und auch die österreichische Bundesregierung tun gut daran, endlich Reformgeist zu zeigen und notwendige Veränderungen umzusetzen. Ständiger Streit und lähmender Stillstand sind der Nährboden für Populisten”, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Bodenseer.

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